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Am letzten Wochenende hatte ich die Möglichkeit ein anregendes Gespräch mit Paul Puey, dem CEO von Edge, zu führen. Er beklagte, wie schwierig es sei ein Unternehmen nur mit Kryptowährungen zu führen. Laut ihm fehlten entsprechende Dienstleistungs- und Softwareanbieter, die für heutige Unternehmer und Manager nötig seien, um ihre gut geölten Betriebe am Laufen zu halten. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht so viele Unternehmen wie möglich für Dash zu begeistern und ich bin immer wieder an derselben Stelle auf Schwierigkeiten gestoßen. Dabei geht es zuerst einmal um Point-of-Sale Lösungen, aber die Schwierigkeiten enden längst nicht dort. Dank Puey kenne ich nun den Heiligen Gral der Kryptowährungsadaption: eine Lösung, die das Unternehmen vom Anfang bis zum Ende begleitet.

Nicht jeder ist flexibel, was seine Zahlungsmethoden angeht

Wenn man einen Geschäftsinhaber anspricht und ihm sagt er solle Kryptowährungen verwenden, da diese besser seien als Fiatgeld, dann ist er nur in den seltensten Fällen dazu bereit darauf einzugehen. Wie ich bereits in einem anderen Artikel geschrieben habe, sind die Armen bereit für Neuerungen, da sie nicht richtig in das aktuelle System eingebunden sind, und die Reichen, da sie die finanziellen Mittel haben, um zu experimentieren. Schwierig ist es die Mittelschicht zu erreichen, da sie mehr oder weniger mit den Banken zurechtkommt und nicht genug Geld angespart hat, um ein Risiko einzugehen. Um diese wichtige Bevölkerungsschicht zu erreichen, bedarf es eines Systems, dessen Benutzerfreundlichkeit ohne Tadel ist.

Für viele bedeuten Kryptos mehr Schmerzen als Vorteile

An diesem Punkt mag vielleicht der eine oder andere Krypto-Evangelist die Frage stellen, ob Kryptowährungen dem Bankensystem nicht schon lange überlegen seien. „Man brauch kein besonderes System, man muss einfach nur anfangen Kryptos zu benutzen!“ Doch hier ist ein wichtiger Aspekt zu bedenken, denn die meisten Händler haben nun mal auch Kosten zu decken und diese lassen sich nur mit Fiatgeld bezahlen. Alle Vorteile, die Kryptowährungen an Geschwindigkeit, Kostengünstigkeit oder Privatheit versprechen, verschwinden, wenn die Umwandlung in Fiat nötig ist. Wenn man ein Einzelhandelsunternehmen dazu bringen will ein System zu übernehmen, dessen Technik zwar überlegen, dessen Benutzerfreundlichkeit aber unterlegen ist, dann lässt man sich auf einen Kampf gegen Windmühlen ein.

Kryptowährungen müssen standardisierte Lösungen bieten können

Die fehlende Verbindung zwischen Händlern und Kryptowährungen ist eine standardisierte Integrationsmöglichkeit. Dazu gehören entsprechende Kassen und Buchhaltungsprogramme sowie Möglichkeiten Rechnungen und Löhne zu bezahlen. Dies würde bedeuten, dass es für Händler keinen Unterschied mehr machen würde, ob sie Kryptowährungen oder Fiatgeld bekämen. Meiner Recherche nach gibt es solche Systeme leider noch nicht. Wenn ein Händler versucht dieses neue Terrain ohne systematische Unterstützung zu erkunden, stößt er häufig an seine Grenzen. Daher versuchen viele es gar nicht erst, selbst wenn sie von einem grundsätzlichen Standpunkt her interessiert sind.

Welcher Coin auch immer die richtige Kombination an Stabilität und Nutzbarkeit finden wird, gewinnt

Händler suchen nach Wettbewerbsvorteilen und die momentane Begeisterung für Kryptowährungen ist der richtige Zeitpunkt, um diese in den Mainstream zu bringen. Das Einzige was fehlt sind praktikable Lösungen für Händler. Wenn eine Kryptowährung mit schnellen Transaktionen und niedrigen Gebühren diese Lösung entdeckt und aufgreift, dann kann sie den Kampf um die Massenadaption gewinnen.