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Das Kryptouniversum ist ein Ort ständigen Wettrüstens, da jedes Projekt einen technischen Vorsprung vor anderen erreichen möchte. Bitcoin, die älteste aller Kryptowährungen, beteiligt sich kaum an diesem Wettrüsten und funktioniert fast noch genauso wie vor 10 Jahren. Trotzdem ist Bitcoin weiterhin die Nr. 1, wobei der Grund hierfür auch genauso gut auch zum Ende der beliebtesten Kryptowährung führen könnte.

Hält Bitcoin sein Versprechen und ist weiterhin für alle zugänglich?

Zu den ursprünglichen Versprechen hinter Bitcoin gehörte, dass es nicht beliebig inflationiert werden kann, jeder darauf Zugriff hat und Transaktionen schnell und günstig durchgeführt werden können. Heute werden von diesen beiden Versprechen nur die ersten beiden noch erfüllt, wohingegen das dritte Versprechen der Skalierungsdebatte zum Opfer gefallen ist. Von den meisten Nutzern wird dies allerdings nichts als wichtigstes Versprechen gehandelt und sie sind meist dazu bereit für entsprechende Zahlungen auf andere Währungen umzusteigen. Den meisten Menschen war es wichtiger, dass sie den Wert ihrer Arbeit irgendwie sichern können, ohne, dass ihnen jemand den Zugriff zu ihrem Ersparten verwehren kann. Diese Option bietet Bitcoin weiterhin ohne Probleme an, weswegen es noch immer die Kryptowährung Nr. 1 ist. Auch spielt es eine große Rolle, dass Bitcoin von allen Kryptowährungen am einfachsten erworben werden kann.

Steigerung der Inflationsrate und Sicherheitslücken sind eine Gefahr für Bitcoin

Diese Eigenschaften von Bitcoin können theoretisch jedoch trotzdem ausgeschaltet werden, indem etwas am Grund-Design von Bitcoin verändert wird. Bekannte Entwickler haben sich z.B. dahingehend geäußert, dass die Schaffung neuer Bitcoin unendlich fortgesetzt werden sollte, um das Mining am Laufen zu halten. Dies würde jedoch Investoren abschrecken, die lieber in eine Kryptowährung mit zuverlässiger Emissionsrate investieren wollen, da sie ihren Wert besser halten kann. Besonders Abspaltung von Bitcoin, die sich von ihrem Abbild nur dadurch unterscheiden, dass bei ihnen diese Änderung nicht stattgefunden hat, werden von dieser Änderung profitieren können. Der Titel als beste Wertspeicher kann in diesem Szenario sehr schnell an eine, bis dahin, kleinere Kryptowährung abgegeben werden.

Wesentlich unvorhersehbarer könnte sich das Finden eines Bugs auswirken. Der PoW-Algorithmus, den Bitcoin zum Mining verwendet, wird SHA-256 genannt und er hat sich im Laufe der letzten Jahre kaum verändert. Sollte jemals eine Schwachstelle in diesem Algorithmus gefunden werden, so könnte dies erhebliche Sicherheitsrisiken mit sich bringen. Unter diesen Umständen wäre auch ein 51%-Angriff auf das Netzwerk möglich, der zu sehr großen Verlusten führen könnte. Wer in dieser Situation Bitcoin besitzt, wird versuchen diese in eine andere Währung zu wechseln, die nicht von dem Fehler betroffen ist.

Skalierungsprobleme können den Zugang erschweren

Ein anderer Grund, warum das älteste Projekt an Wert verlieren könnte, ist, dass es nicht mehr jedem Menschen zugänglich ist. Momentan ist es nicht teuer eine Bitcoin-Transaktion durchzuführen, doch wenn die Skalierungsprobleme wieder schlimmer werden, kann es sein, dass kleinere Sparer nicht auf ihr Guthaben zugreifen können, ohne einen signifikanten Anteil daran zu verlieren. Bitcoin hat dann zwar weiterhin die meisten Börsen-Paare und Integrationen, doch bietet er dann selbst Sparern keinen attraktiven Hafen mehr.
Nicht nur die Gebühr spielt hierbei eine Rolle, sondern auch die Transaktionszeit kann problematisch sein, falls jemand schnell auf sein Geld zugreifen muss (oder die Gefahr eines 51%-Angriffs akut besteht).

Ein Positionswechsel wird nur durch ein drastisches Ereignis auftreten

Die meisten Menschen sind mit Fiatgeld weitgehend zufrieden, doch immer wieder sorgen Krisen und hohe Inflationsraten dafür, dass Menschen nach einer Alternative suchen. Dies gilt auch für Bitcoin. Bisher funktioniert alles und viele Nutzer sehen keinen Grund darin zu wechseln. Wenn jedoch etwas drastisches geschieht kann dieser Wechsel sehr schnell vonstatten gehen. Bis dahin sollte niemand erwarten, dass eine neue, hübschere, technisch-überlegene oder gut vermarktete Kryptowährung Bitcoin vom Thron stoßen wird.

Wir werden Bitcoin noch lange auf diesem Thron sehen, doch wenn er stürzt, so wird dies wahrscheinlich wegen einem der Gründe geschehen, die wir hier genannt haben.