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Ein israelischer Mann hat seinem ehemaligen Mitbewohner vorgeworfen, dass er ihm 74990,74 Dash gestohlen hätte (rund $10 Millionen). Dies wären 0,85% aller Dash, die momentan existieren.

Bei dem Kläger Yarmolenko handelt es sich um einen frühen Investor, der dem Verdächtigen Zard alles über Kryptowährungen beigebracht hatte, was dieser wusste. Zard hatte Zugang zu der Wohnung und konnte auf den Laptop zugreifen, mit dem er sich die Dash an seine eigene Wallet schickte. Die Anklage wirft Zard „Diebstahl besonderer Schwere, Geldwäsche und Eindringen in einen Computer zum Begehen einer Straftat“ vor.

Das Opfer hatte sich zudem offen an die Dash-Community gewandt und um Hilfe gebeten. Diese half ihm dabei, sich an die richtigen Behörden zu wenden, um eine Lösung zu finden, die auch für die gesamte Dash-Community von Vorteil ist.

Kryptowährungen im Rahmen des bestehenden Rechtes

Viele Hackangriffe auf Kryptonutzer können nur schwer aufgeklärt werden. Selbst wenn die Krypto-Adresse des Hackers bekannt ist, so ist es doch schwierig sie mit einer realen Person zu identifizieren, besonders wenn sich diese in einem anderen Land aufhält. Dieser Vorfall stellt hingegen eine Ausnahme dar, denn die meisten Diebstähle von Kryptowährungen werden nicht von Bekannten der Opfer durchgeführt, besonders, wenn es um derartige Summen geht. Alleine die Tatsache, dass beide Personen sich im selben Land aufhielten, vereinfacht das Verfolgen der Straftat immens, da beide unter die selbe Gerichtsbarkeit fallen.

Durch diese Tat wird allerdings auch ein interessanter Präzedenzfall geschaffen, wenn es um das Verwenden von Private Keys vor einem Gericht geht. Ohne die Private Keys steht das Wort Yarmolenkos gegen das Wort von Zards und Yarmolenko kann nur beweisen, dass es sich um sein Geld handelt, wenn er auch die Private Keys der Adressen, die zum Versenden benutzt wurden, vorzeigen kann.

Dieser Vorfall sollte uns zudem alle daran erinnern, wie wichtig die angemessene Sicherung des eigenen Geldes ist.

Kryptowährungen geben dem Einzelnen mehr Freiheit, aber eben auch mehr Verantwortung. Wer nicht darauf achtet, dass er immer ein Maximum an Sicherheit aufbringt, indem er hohe Beträge auf Hardware- oder Paper-Wallets lagert, wobei es Sinn macht mehrere Geräte mit unterschiedlichen Keys zu verwenden, der geht fahrlässig mit seinem eigenen Vermögen um. Wenn nur ein Gerät oder eine Paper Wallet kompromittiert wird, so verliert der Nutzer nur einen Teil seines Besitzes. Ähnliche Praktiken gibt es auch im traditionellen Finanzsystem, da das FDIC pro Bank und Anlageart nur Beträge von bis zu $250000 versichert.

Durch einen derartigen Diebstahl werden auch die Vorteile von Multi-Signatur Wallets hervorgehoben, da der Dieb oder Hacker hierbei den Zugriff auf mehrere Schlüssel erlangen muss, wenn er jemanden bestehlen möchte. All diese Sicherheitsmaßnahmen gewinnen an Bedeutung, wenn Kryptowährungen wertvoller werden und auch größere Institutionen in die Massenadaption investieren wollen. Das Unternehmen Crowdnode, welches Anteile an Masternodes vergibt, verwendet bereits heute Multi-Signatur Wallets mit einer wesentlich höheren Zahl an Private Keys, die auf mehrere Personen verteilt sind, falls eine davon bestohlen wird oder selbst stehlen will.

Dash innoviert, um Kryptowährungen in den Mainstream zu bringen

Da Dash digitales Bargeld für den Alltag sein möchte, will es auf die momentanen Gewohnheiten der Menschen zugehen, um eine breitere Akzeptanz zu erfahren. Hierfür arbeitet die Dash Core Group an dem benutzerfreundlichen Update Dash Evolution, welches Funktionen, wie z.B. Benutzernamen und Kontaktlisten ermöglichen wird. Wenn eine Kryptowährung einfach zu bedienen ist, bleibt dem Nutzer mehr Zeit, um sich um die Sicherheit des eigenen Vermögens zu kümmern. Durch den neu-eingerichteten Trust können die Entwickler von Dash zudem durch die Community ausgetauscht werden, wenn sie sich in ihren Handlungen nicht auf das Wohl des Netzwerkes konzentrieren. Dies würde durch eine Wahl des Masternode-Netzwerks geschehen, welches auch für die Finanzierung von Projekten gestimmt hat, welche den Nutzern einen höheren Grad an finanziellem Verantwortungsbewusstsein vermitteln. Diese Kombination aus Bildung und Anpassung an die Lebenswirklichkeit des Menschen könnte sich als Erfolgsrezept für das Erreichen von Massenakzeptanz erweisen.