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Der Rückstau an Bitcoin-Transaktionen hat sich wieder einmal erhöht, da immer mehr Menschen versuchen Transaktionen durchzuführen. Zugleich denken manche Entwickler aber auch darüber nach, die Größe der Blöcke zu senken.

Die Zahl der Bitcoin-Transaktionen hat sich wieder erhöht, nachdem sie von 490000 im Dezember 2017 auf 134000 im April 2018 gefallen war. Seit ein paar Tagen erreicht sie nun wieder 350000 am Tag, wodurch auch der Mempool wieder voller wird. Der Höchststand in den letzten Tagen lag bei 40000, eine Zahl, die seit November nicht mehr erreicht werden konnte, als die Blockzeit deutlich über dem Normalwert lag.

Auch die Debatte um die Blockgröße wurde dadurch erneut aufgeworfen und der Bitcoin Core Entwickler Luke Dashjr arbeitet bereits an einer Möglichkeit die Blockgröße auf ein Drittel zu reduzieren.

Die ursprüngliche Vision von Bitcoin verschwindet immer mehr

Durch die gestaute Blockchain und die Überlegung die Blöcke kleiner zu machen, wird deutlich, dass Bitcoin für viele Entwickler zu etwas anderem werden soll, als das, was es ursprünglich war. Bisher war es üblich, dass Transaktionen auf der Blockchain verzeichnet wurden, wobei der Sende die Kontrolle über seine Private Keys hatte und er entweder ein Full Node Wallet oder einen Light SPV Client verwendete. Doch Bitcoin scheint sich immer weiter in Richtung Off-Chain Transaktionen zu entwickeln. Sollte dies ein Erfolg sein, würden On-Chain Transaktionen nur noch dazu dienen die Off-Chain Transaktionen am Ende zu validieren. Zahlungen würden dabei über sog. Lightning Nodes verarbeitet, die ständig online sein müssten.

Der Kampf um Bitcoins Vision

Seitdem sich die Zielrichtung der Bitcoin-Entwickler geändert hat, sind bereits verschiedene Kryptowährungen in den Vordergrund getreten, die der ursprünglichen Vision mit Hilfe von On-Chain Skalierung nachkommen wollen. Dash, das digitales Bargeld sein will, war eine der ersten dieser Kryptowährungen, da es bereits 2014 mit dieser Vorstellung aufgetreten ist. Die Funktionen, die es hinzugefügt hat, um diesem Ziel nachzukommen sind Masternodes, Governance, Anonymität und sekundenschnelle Transaktionen. Bitcoin Cash existiert seit Mitte 2017 und stellt eine direkte Abspaltung vom Bitcoin-Netzwerk dar, wobei verschiedene Konsens- und Bestätigungsmechanismen angepasst wurden. Von dieser Blockchain spaltete sich Ende 2018 die Kryptowährung Bitcoin SV ab, die alle Änderungen am Grundkonzept entfernt hat und nur auf große Blöcke zum Skalieren setzt.