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MasterCard geriet in der jüngsten Vergangenheit immer wieder unter Druck, Zahlungen an „rechte“ Organisationen zu unterbinden. Dies könnte dafür sorgen, dass diese Organisationen sich verstärkt Kryptowährungen zuwenden.

Der Aktivistengruppe SumOfUs ist es laut Yahoo Finance gelungen MasterCard dahingehend unter Druck zu setzen, dass am 25. Juni über einen „Menschenrechtsausschuss“ abgestimmt werden soll, der darüber entschieden kann, ob bestimmten Gruppen und Individuen der politischen Rechten die Inanspruchnahme der MasterCard-Dienste verweigert werden kann. Jamila Brown von SumOfUs sprach davon, dass MasterCard durch die bisherige Zusammenarbeit mit diesen Gruppen dazu beitragen würde, deren Meinungen zu legitimieren:

„MasterCard legitimiert, ohne es zu merken, rechte und rassistische Meinungen, indem es die Organisationen als Kunden akzeptiert. Dies liegt daran, dass MasterCard eine angesehen Marke ist.“

Kreditkarten sind in den USA weiterhin die dominante Zahlungsform, doch viele der Probleme, die mit diesen einhergehen, werden immer deutlicher. Zu diesen Problemen zählt die potenzielle Zensur gegenüber Randgruppen genauso wie das Befolgen von Sanktionen, die die Vereinigten Staaten gegenüber Ländern wie Venezuela ausgesprochen haben. Außerdem werden die Nutzer von Kreditkarten häufig Opfer von Datendiebstählen, wie dies etwa bei den 500 Millionen Kartennummern der Fall war, die der Hotelkette Marriott gestohlen wurden. Kreditkarten bringen häufig Man-in-the-Middle Angriffe mit sich, wenn etwa ein kontaminiertes Kartenlesegerät verwendet wird. Außerdem sind Kreditkarten gefährlich für die finanzielle Privatsphäre von Kunden, wie an der Zusammenarbeit zwischen MasterCard und Google gesehen werden kann. Auch die ständig steigenden Gebühren bringen erhebliche Nachteile für viele Verbraucher mit sich.

Kryptowährungen als erfolgreiches Mittel gegen Zensur

Wann immer Kreditkarten eine ihrer Schwäche offenbaren, bietet diese Situation einen potenziellen Angriffsvektor für Peer-to-Peer Währungen, um selbst einen Einzug in die Zahlungsbranche zu schaffen. Kryptowährungen sind wesentlich billiger zu verwenden, da sie aufgrund der hohen Sicherheit auch ohne 40-köpfige Verbraucherschutzabteilungen auskommen können und viele Vorteile mit sich bringen, was die Verwendung vorhandener Infrastruktur angeht. Zudem sind Kryptowährungen Fiatgeld gegenüber überlegen, da sie ohne willkürliche Inflation auskommen und nicht von staatlichen Akteuren beschlagnahmt werden können, solange diese nicht im Besitz der Private Keys des Nutzers sind.

Trotz der Zensurresistenz ist die bekannteste Kryptowährung Bitcoin allerdings noch immer nur eingeschränkt als richtige Zahlungsmethode geeignet, da Transaktionsgebühren und -zeiten sehr hoch ausfallen. Jimmy Song, ein Bitcoin Core Entwickler, ermutigt Bitcoin-Nutzer deswegen dazu, lieber Kreditkarten zu benutzen und Bitcoin nur zu verkaufen, um die Kreditkartenrechnungen zu zahlen. Greg Maxwell, der ehemalige CTO von Blockstream und ebenfalls ein Bitcoin Core Entwickler, setzt sich ebenfalls für Kartenzahlungen ein:

„Das beste daran: Kreditkarten geben 2% bis 3% des Kaufbetrags zurück, sind verbraucherfreundlich (wer interessiert sich schon für Rückbuchungen) und man muss sich nicht auf diese Sch**ß Zahlungsprozessoren einlassen, die Altcoins pumpen, nicht richtig funktionieren und das Geld eh wieder in Fiat umwandeln.“

Auch der Bitcoin-Entwickler Peter Todd sagte, dass Kryptowährungen in vielen Bereichen nicht wettbewerbsfähig seien, da „Visa und MasterCard bereits gewonnen“ hätten. Momentan liegt die Transaktionsgebühr für eine Bitcoin-Transaktion bei etwa $4 und im Mempool befinden sich momentan über 20MB an unbestätigten Transaktionen.

Dash fokussiert sich auf alltagstaugliche Zahlungen

Dash baut auf die gleiche Technologie wie Bitcoin auf, hat jedoch einige wichtige Vorteile. Eine Dash Transaktion kostet weniger als den zwanzigsten Teil eines Cents und das Netzwerk kann am Tag mehrere Millionen Transaktionen verarbeiten. Bei einem Stresstest wurden etwa 3 Millionen Transaktionen erreicht. Zudem hat ein Forschungs-Paper der Arizona State University gezeigt, dass Dash leicht auf ein Mehrfaches dieser Zahl skalieren könnte, wenn es müsste. Durch InstantSend sind Dash-Transaktionen zudem innerhalb von einer Sekunde sicher, wodurch es Bitcoin weit überlegen ist, da es teilweise mehrere Stunden dauern kann, bis eine Bitcoin-Transaktion ebenso sicher ist. Besonders positiv ist hierbei, dass eine wachsende Zahl an Börsen diese sofortigen Transaktionen anerkennt, was für Dash-Nutzer einen erheblichen Vorteil mit sich bringt.