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Kurz nachdem Facebook die ersten Pläne für die Kryptowährung Libra enthüllt hat, äußerten sich bereits mehrere Politiker besorgt über das Vorhaben, wobei Untersuchungen und neue Vorschriften gefordert wurden. Der Erfolg des ambitionierten Projekts kann zudem aus historischer Perspektive in Frage gestellt werden.

Bruno Le Maire, der französische Finanzminister, bezeichnete die Libra als „potenziell-souveräne Währung“, was seiner Meinung nach „nicht passieren kann und nicht passieren darf.“ Er wandte sich zudem an die Vorsitzenden der Zentralbank, um für die Sitzung im Juli einen umfassenden Bericht über die Libra zu erstellen, wobei er die Bereiche Privatsphäre, Geldwäsche und Terrorismus hervorhob. Markus Ferber, ein deutscher Abgeordneter des EU-Parlaments, sprach davon, dass Facebook zu einer Schattenbank werden könne. In den US forderte die Abgeordnete Maxine Waters sogar, dass Facebook die Arbeit an dem Projekt einstellen solle, bis weitere Klarheit geschaffen werden kann, da der Kongress das Vorhaben des Unternehmens erst weiter untersuchen müsse.

Mark Carney, der Vorsitzende der Bank of England, sprach davon, dass dieses Projekt den höchsten Standards der Regulierung unterliegen müsste, damit es genehmigt werden kann. Carney äußerte sich jedoch, im Gegensatz zu anderen Offiziellen, grundlegend positiv und sagte, dass man Innovationen offen gegenüber stehen müsste.

Diese harten regulatorischen Äußerungen gehen in den meisten Fällen nicht darauf ein, dass dieses Projekt auch scheitern könnte. Selbst ein Projekt, das einen derartigen Hype um sich sammelt, kann am Ende daran scheitern, dass sich der Verbraucher gegen die Verwendung des entsprechenden Produkts entscheidet.

Historischer Präzedenzfall im Einzelhandel

Zwar ist Facebook das erste große Unternehmen, das eine eigene Kryptowährung herausbringen möchte, doch es ist nicht das erste Unternehmen, das von außen in die Zahlungsindustrie vordringen möchte. Bereits vor einigen Jahres versuchte Walmart etwas ähnliches zu schaffen, das trotz des anfänglichen Hypes keine breite Akzeptanz finden konnte. Ryan Taylor, der CEO der Dash Core Group, ist seit Jahrzehnten in der Zahlungsbranche tätig und zog Parallelen zwischen den Vorgängen im Jahr 2012 und heute:

„The retailers all joined MCX just so that they had access to information. They had no desire to actually implement it. But they also couldn’t afford to be the only retailer not privy to MCX’s plans. MCX insisted that member retailers couldn’t accept other smartphone payments.“ … „Back to Libra… DO YOU REALLY THINK VISA WANTS TO DISRUPT ITS CASH COW??? Hell no. They are joining Libra to disrupt it, delay it, have visibility into their plans. PayPal? Mastercard? Stripe? Vodafone? Facebook? They all have different objectives, needs, and customer profiles.“

Taylor sprach weiterhin davon, dass Konsortien in der Zahlungsbranche oft entstehen, damit die beteiligten Unternehmen Informationen sammeln können, die sie für ihre eigenen Bedürfnisse anwenden können. Nur im kleinen Rahmen sind entsprechende Zusammenschlüsse darauf ausgerichtet ein gemeinsames Projekt zu verwirklichen. Der Libra von Facebook könnte es also genau so ergehen, wie dem MCX-System, da Facebook versucht in einer Industrie Fuß zu fassen, die bereits von vielen Projekten bevölkert wird. Das Projekt wird jedoch auf jeden Fall dafür sorgen, dass Kryptowährungen ein höheres Maß an Aufmerksamkeit erfahren werden.

Add to the mix that Facebook’s main business is social media. Libra is a side hustle for them in an industry they don’t understand. When things start to get difficult (regulators, member infighting, etc) they will readily abandon their involvement. Same with the other members. Bottom line is that I’ve seen this (bad) movie before. So have you, but you probably don’t remember them. This one has all the hallmarks of a failure that will cost a lot of money along the way. The positive? It will bring a lot of attention to crypto.

Dieser historische Präzedenzfall zeigt, dass nicht das Projekt am erfolgreichsten wird, das am größten ist, sondern die Projekte, die die Probleme der Verbraucher am besten lösen können.

Dash verfolgt in manchen Bereichen ähnliche Ziele, wie Libra, kann aber vor allem von den Unterschieden profitieren

Libra soll nach eigener Aussage eine weltweite Währung und Finanzinfrastruktur darstellen, über die mehrere Milliarden Menschen sicher mit einer zuverlässigen Blockchain interagieren können. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kryptowährungen ist Libra durch eine Vielzahl an Anlagen und Fiatwährungen gedeckt, wodurch die Stabilität des Wertes gesichert werden soll. Das Libra-Ökosystem soll durch eine unabhängige Institution weiterentwickelt werden.

Dash akzeptiert, wie die meisten Kryptowährungen, den Nachteil der Volatilität, um auf einem echten freien Markt mit den Menschen zu interagieren. Libra hingegen schein ein Pegging-System zu bevorzugen, das keine Dezentralität ermöglicht. Bei Dash ist es jedem Nutzer möglich sich am Wachstum des Netzwerks zu beteiligen und eigene Projektideen vorzubringen, über welche die Masternodes abstimmen, die von jenen betrieben werden, die bereit sind in die Struktur des Netzwerks zu investieren. Bei Libra fällt die Entscheidungsfindung hingegen einigen wenigen Akteuren zu, welche bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Dash und Libra ähneln sich also auf gewisse Art und Weise durch ihr Nodesystem, wobei Dash wesentlich dezentraler gestaltet ist. Dash kann von der Aufmerksamkeit profitieren, die Libra bekommt, wenn es seine Unterscheidungsmerkmale, wie z.B. Zensurresistenz, finanzielle Selbstbestimmung, Schutz der Privatsphäre und mehr hervorhebt.