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Dash hat ein Problem mit Klingonen.

Nein, hiermit meine ich nicht die außerirdische Rasse aus Star Trek, sondern Personen, die sich an die harte Arbeit anderer festkrallen (cling on), um deren Leistungen für sich zu beanspruchen. Dies geschieht dabei sowohl zwischen Projekten innerhalb der Dash-Community, als auch in Bezug auf andere Krypto-Projekte, die Dashs Leistungen für sich beanspruchen. Dieses Problem ist ernst und ich werde hier einige Lösungsvorschläge anführen.

Klingonen der Treasury

Die Wurzel dieses Problems liegt darin, wie die Dash-Treasury gestaltet ist. Projekte werden dazu angehalten gegenüber der Treasury die Werbetrommel zu rühren, meist bevor sie etwas geleistet haben. Hierdurch reduziert sich das Handeln mancher Projekte auf das, was sich am besten gegenüber der Treasury verkaufen lässt, statt darauf, was Dash am meisten nutzen würde. Wer etwas erreicht hat, dem sei es gegönnt stolz darauf zu sein, doch wer sich einer neuerlichen Abstimmung gegenübersieht, der greift auch manchmal auf die Verdienste anderer zurück, um sich damit zu schmücken, wobei er die Hoffnung hegt, dass niemand anderes es bemerkt. Wenn dies gelingt, führt dies dazu, dass die Geldmittel von den Leistungsträgern zu denen hin umverteilt werden, die sich am besten selbst verkaufen können. Es sollte klar sein, dass dies dem Ökosystem letztlich schadet.

Lösung: Berichterstattung standardisieren und Kooperationen belohnen

Ein Grund, warum diese Trickserei von Zeit zu Zeit funktionieren kann, ist, dass es keine standardisierte Form gibt, in der Projekte ihre Erfolge veröffentlichen. Zwar werden verschiedene Praktiken häufiger praktiziert, wie z.B. das Posten von Aktualisierungen unterhalb der Proposal selbst, doch diese können leicht übersehen werden. Durch zeitnahe und gut sichtbare Aktualisierungen ist es möglich den Wählern einen besseren Überblick zu bieten, damit sie die Erfolge auch richtig zuschreiben können.

Ein weiterer Aspekt, der verbessert werden kann, ist die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Projekten. Wenn ein Proposal Anspruch auf das erhebt, was ein verwandtes Proposal geschaffen hat, so wird es damit seine Kooperationsmöglichkeiten schmälern. Stattdessen werden viele Mitglieder der Community es eher positiver sehen, wenn zwei Teams miteinander zusammenarbeiten, wobei beide Teams Teilansprüche auf den Erfolg des Projektes haben werden. Wenn man mit einer anderen Gruppe zusammenarbeitet hat man zudem auch einen weiteren Zeugen, durch den man belegen kann, dass die Erfolge, die man von sich behauptet erreicht zu haben, auch wirklich erreicht hat. Und es kann sicher auch nicht geleugnet werden, dass das ganze Netzwerk davon profitieren wird, wenn seine besten Projekte ihre Kräfte vereinen, um ein größeres Ziel zu erreichen.

Klingonen im größeren Krypto-Universum

Dieses Problem trifft man auch außerhalb von Dash an, da es auch andere Kryptowährungen gibt, die die Erfindung eines anderen Projektes als ihre eigene verkaufen. Dies kann sich z.B. auf die Anonymisierungsmethode, die Behauptung, die erste DAO zu sein, sekundenschnelle Transaktionen oder die Übernahme des Titels „Digital Cash“ beziehen. Da Kryptowährungen im allgemeinen Open-Source sind, kann man recht weit kommen, wenn man andere die Entwicklungsarbeit machen lässt, diese regelmäßig kopiert und sich sonst auf Hype und Branding konzentriert.

Lösung: Immer einen Schritt voraus sein und dies auch in den Medien vermitteln

Dash sieht sich einer schwierigen Situation gegenüber, da es nicht Teil des „inneren Zirkels der Krypto-Intelligenzija“ ist, die den Hype in der Welt der Kryptowährungen steuert. Die einzige Möglichkeit erfolgreich zu sein, ist es, den Wettlauf, um die Aufmerksamkeit der Benutzer selbst zu gewinnen. Hierfür ist es notwendig, die PR-Arbeit der verschiedenen Dash-Teams zu verbessern, Experten für sich zu gewinnen und eine ständige Präsenz in den sozialen Netzwerken zu zeigen. Wenn eine starke Präsenz erst einmal aufgebaut wurde, können auch falsche Behauptungen von Projekten, die Dashs Erfolge für sich beanspruchen wollen, zurückgewiesen werden.

Dash muss, wie bisher innovativ bleiben und diese Innovationen umsetzen. Manche Nutzer haben Jahre gebraucht, bis sie erkannt haben, welche Vorteile Masternodes, Anonymisierung, On-Chain-Governance, InstantSend und die Treasury mit sich bringen. Noch kaum bekannt sind Sporks, langlebige Masternode-Quoren und BLS-Signaturen sowie die angekündigten DAPI- und BlockchainUser-Integrationen. Da Dash an immer mehr Orten akzeptiert wird, können jene, die es einfach nur kopieren wollen, mit immer weniger Interesse von potenziellen Nutzern rechnen, da sie nicht das gleiche Ökosystem vorweisen können.