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Das Projekt Kin, welches in einem ICO für die Messanger-App Kik $100 Millionen einsammelte, hat sich nun scheinbar dazu entschlossen einen Fund für $5 Millionen einzurichten, der Kryptowährungen vor Eingriffen durch die SEC schützen soll.

Kik und Kin haben in einem Überraschungszug eine detailierte Antwort zu einer Untersuchung durch die SEC herausgegeben. Ted Livingston, der CEO von Kik und Gründer der Kin Foundation, sowie Patrick Gibbs von Cooley, sind bereit vor Gericht gegen die SEC zu kämpfen, falls diese Klage gegen sie erheben wird. Die SEC hat jedoch noch keine Entscheidung getroffen, auch wenn sie sich einer internen Frist nähert, bis zu deren Ende sie eine Entscheidung getroffen haben muss, es sei denn sie verlängert diese Frist selber.

In einem Interview mit Laura Shin vom Unchained Podcast gingen die beiden auf den Howey-Test ein, der von der SEC verwendet wird, um zu entscheiden, ob es sich bei Token um Wertpapiere handelt:

„1. Der Token muss eine Investition
2. in ein Unternehmen
3. mit Gewinnerwartung sein,
4. die abhängig von den Bemühungen anderer ist.“

Kik und Kin sagten dabei, dass sie das ICO deswegen 2016/2017 gestartet hätten, da es unmöglich gewesen sei, rechtzeitig einen No-Action Letter von der SEC zu erhalten. Sie sind zudem der Meinung, dass ihr Unternehmen nicht in den Zuständigkeitsbereichs der SEC fällt, weswegen sie keine Erlaubnis von dieser einholen mussten.

Klare Regelungen sind notwendig, um Innovationen zu fördern

Für Livingston und Gibbs ist es offensichtlich, dass bessere Regelungen notwendig sind, damit Innovation nicht im Keim erstickt wird. Sie hoffen darauf, dass ihr Unternehmen einen Präzedenzfall schaffen kann, an dem sich Unternehmen in der Zukunft orientieren können. Wie weit verbreitet dieses Problem in der Kryptowelt ist, zeigt auch die Tatsache, dass Poloniex Decred und 8 weitere Kryptowährungen entfernt hat, da Unsicherheit besteht, ob es sich dabei um Wertpapiere handelt. Auch die Kryptobörse Kraken hat sich kritisch gegenüber den Kosten geäußert, welche der regulatorische Betrieb in den USA mit sich bringt.

Es glaubt jedoch nicht jeder, dass die Argumente von Kin begründet seien. Emin Gün Sirer, Professor an der Cornell University und CEO von Ava Labs, sprach davon, dass die Vorschriften in den USA sehr gut seien und nur fragwürdige Geschäftspraktiken ein Problem darstellen würden. Er ging zwar nicht so weit, dass er jedes ICO für schlecht erklärte, schloss jedoch die meisten in seine Aussage ein.

Die Dash-Infrastruktur ist auf Innovation ausgerichtet

Dash hat bereits vor einiger Zeit einen No-Action Letter beantragt, doch die Aussage von Livingston und Gibbs, dass dieser Prozess langwierig ist, stimmt auffallend. Der No-Action Letter ist besonders von Bedeutung, da Dash über die Evolution-Funktionen Dash Drive und DAPI noch weitere Anwendungsfälle für die Blockchain-Technologie schaffen soll. Bisher konnte Dash alle regulatorischen Hürden überwinden, wozu auch die Gründung des Dash DAO Irrevocable Trust zählt, welcher es dem Dash-Netzwerk ermöglicht, Eigentum zu besitzen. In eine ähnliche Kategorie fällt auch die Dash Investment Foundation, über die sich Dash an Unternehmen beteiligen kann, die am Aufbau des Netzwerks mithelfen. Dash kann also regulatorische Schwierigkeiten überwinden, ohne auf die Änderung von Gesetzen warten zu müssen.