This post is also available in: frFrançais pt-brPortuguês ruРусский enEnglish

Seit es sie gibt, stehen Kryptowährungen vor zwei großen Problemen. Bei einem Problem handelt es sich um ein technisches, bei dem anderen um ein ökonomisches. Diese Probleme heißen Skalierbarkeit und Finanzierung. Die Skalierbarkeit war in den letzten Jahren zu einem heiß diskutierten Thema innerhalb der Bitcoin-Community geworden. Viele Lösungsansätze wurden vorgeschlagen und wieder verworfen, wobei keine „Silberkugel“ gefunden werden konnte, mit der alle Probleme hätten gelöst werden können. Das zweite Problem, die Finanzierung, hat weniger Aufmerksamkeit erhalten, auch wenn es sich bei ihr möglicherweise um ein noch größeres Problem handeln könnte. Damit ein Projekt Erfolg haben kann, müssen die Entwickler und die Betreiber bezahlt werden. Aber wie?

Das Finanzierungsproblem lösen

Zu Anfang wurde Bitcoin von freiwillig arbeitenden Programmierern gestaltet und erhalten. Als klar wurde, dass eine stabilere Gestalt nötig sei, wurde eine Stiftung gegründet, die sowohl Bitcoin bewerben, als auch weiterentwickeln sollte. Die Gründung der Stiftung beschäftigte sich jedoch nicht mit den ernsthaften Finanzierungsproblemen des Bitcoin. Darauf hin wurde ein Unternehmen namens Blockstream gegründet, welches Geld von Investoren bekam. Blockstream engagierte viele der bisherigen Bitcoin-Entwickler. Wie weithin bekannt, hat dieser Schritt für viel Kritik gesorgt, wobei vor allem ein Interessenskonflikt gesehen wurde.

Viele Mitglieder der Kryptowährungs-Community sahen, was mit Bitcoin geschah und realisierten, dass der bisherige Versuch das Finanzierungsproblem zu lösen langfristig nicht erfolgreich sein konnte. Mit dem Aufstieg von Ethereum trat ein neues Modell auf den Plan: Initial Coin Offering oder auch ICO genannt. Ein neues Projekt bietet der Öffentlichkeit eine bestimmte Menge der eigenen Kryptowährung im Tausch gegen (vor allem) Ether an. Das Geld aus dem ICO soll dazu verwendet werden die Entwicklung des Projektes zu finanzieren. ICOs werden häufig mit IPOs (Initial Public Offering) verglichen, bei denen die Aktien eines Unternehmens zum Kauf angeboten werden. Ein Unternehmen, welches ein IPO initiiert, ist jedoch bereits etabliert, während bei ICOs meistens nur eine Webseite und eine Idee vorhanden sind.

ICOs: Wenn es aussieht wie ein Wertpapier, dann ist es wahrscheinlich auch ein Wertpapier

Trotz allem waren ICOs in der letzten Zeit sehr erfolgreich, zumindest aus der Sicht der so finanzierten Projekte. Wie populär sie geworden sind, kann man auf der Seite icotracker.net sehen. Von Anfang an gab es auch kritische Stimmen, wenn es um ICOs ging. Die Hauptfrage war dabei, ob ICOs als Wertpapiere gelten und daher von staatlichen Regelungen zum Anbieten von Wertpapieren betroffen sind. Der bekannteste Weg, um zu bestimmen, ob es sich bei etwas um ein Wertpapier handelt, ist der „Howey Test“, der auch von der United States Securities and Exchange Commission (SEC) angewendet wird. Er besagt sehr einfach ausgedrückt folgendes:

Eine Sache ist nur dann ein Werpapier, wenn sie…

  1. … eine Investition von Geld oder Ähnlichem voraussetzt
  2. … zu einem bestimmten Zweck verwendet wird
  3. … angenommenerweise auf das Erzielen von Gewinnen hinausläuft
  4. … vor allem von unternehmerischen Bestrebungen abhängt.

Unter diesen Umständen ist es schwierig zu sagen, warum ICOs nicht als Wertpapiere angesehen werden sollten. Menschen investieren Ether (#1) in die Entwicklung eines Projektes (#2) und erwarten dabei Gewinn (#3), der durch die Arbeit der Entwickler erzielt wird (#4). Von daher war es unwahrscheinlich, dass Staaten, die häufig ähnliche Gesetze wie die USA haben, ICOs nicht regulieren oder sogar verbieten würden.

Am Montag sahen wir diesen Vorgang in der Praxis. Die chinesische Volksbank gab bekannt, dass ICOs laut dem chinesischen Gesetz illegal seien. Sie verlangten außerdem, dass Unternehmen, die Geld durch ICOs verdient hatten, dieses den Investoren zurückzahlen sollten. Die Schockwellen, die diese Entscheidung hervorrufen würde, waren vorhersehbar: Kryptowährungen auf der ganzen Welt verloren an Wert, selbst wenn sie nichts mit ICOs zu tun hatten.

Blick auf die Blockchain

Sind ICOs tot? Gibt es daher keine Möglichkeit Finanzierung zu gewährleisten? Tatsächlich wurde die Lösung des Problems schon gefunden, auch wenn viele davon noch nichts mitbekommen haben. Das Dash Budget System wird dazu verwendet die Dash Entwickler sowie jeden anderen, der durch Werbung oder Entwicklung zum Erfolg von Dash beitragen möchte, zu finanzieren (Diese Webseite wird z.B. durch das DBS finanziert). Statt den Minern 100% zu überlassen, teilt Dash die Block Rewards 45/45/10 auf:

  • 45% an die Miner
  • 45% an die Halter der Masternodes
  • 10% an das Dash Budget Systen

So werden 10% der Block Rewards – im letzten Monat etwa $2 Millionen – dazu verwendet, das Projekt zu finanzieren.

Dieses Konzept hat viele Vorteile gegenüber einem ICO. Erstens findet die Auszahlung kontinuierlich statt und nicht auf einmal. Die Betreiber werden bezahlt, während sie an dem Projekt arbeiten und nicht bevor sie auch nur eine einzige Zeile an Code geschrieben haben. Dies spornt sie dazu an, langfristig an einem Projekt zu arbeiten. Zweitens können die Masternodes durch eine Wahl bestimmen, dass die Entwickler nicht weiter finanziert werden sollen, da sie keinen guten Job machen. Stattdessen können sie sogar ein neues Team finanzieren. Schlussendlich trifft der Howey Test das Dash Budget System nicht und auch andere Vorschriften sollten es nicht übermäßig verunsichern, da die Finanzierung nicht durch Investoren, sondern durch die Blockchain selbst stattfindet.

Dash: Sich selbst die Zukunft finanzieren

In den letzten Jahren wurden viele Ideen vorgebracht, um das Finanzierungsproblem der Kryptowährungen zu lösen. Stiftungen, unternehmerische Investitionen und Crowdsourcing durch ICOs wurden probiert, doch nur ein begrenzter Erfolg konnte erzielt werden. In einer Zeit, in der Blockchains als Lösung jedes technischen und ökonomischen Problems bejubelt werden, ist es erstaunlich, dass niemand außer Dash auf die Idee gekommen ist, die Blockchain selbst als Finanzierungsmittel zu verwenden. Genau genommen ist es die Blockchain und ihre Block Rewards, die das Finanzierungsproblem lösen können, ohne auf die Probleme der anderen Finanzierungsmöglichkeiten zu stoßen.