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Die brasilianische Regierung hat einen Sonderausschuss einberufen, der sich um neue Kryptovorschriften für das südamerikanische Land kümmern soll.

Rodrigo Maia, der Präsident der Abgeordnetenkammer, dem Unterhaus des brasilianischen Kongresses, in welchem 513 Abgeordnete sitzen, ist für die Einberufung des Ausschusses verantwortlich. Der Ausschuss soll aus 34 Mitgliedern bestehen. Dieser Schritt erfolgte kurz nachdem sich die Zentralbank des Landes von Kryptowährungen distanziert hatte und offiziell davon sprach, dass Kryptowährungen nicht von der Zentralbank überwacht, reguliert und lizenziert wurden und deswegen risikoreich seien.

Auch die Securities and Exchange Commission (SEC) hat eine Erklärung veröffentlicht, in der sie Kryptowährungen angreift und Investoren von diesen abrät. Am schädlichsten ist jedoch eine Vorschrift des brasilianischen Finanzamtes, nach der Kryptobörsen jede Transaktion von mehr als R$ 30.000 (~7.700 USD) melden müssen.

Unterschiedliche Ansätze bei Kryptovorschriften

In den letzten Jahren haben verschiedene Länder ganz unterschiedliche Ansätze verfolgt, wenn es um die Einführung von Kryptovorschriften ging. Andere Länder warten auf die Empfehlung der Financial Action Task Force (GAFIT / FAFT), die zum G20-Treffen im Oktober zu erwarten ist. Doch nicht nur Staaten unterscheiden sich in ihren Ansätzen, auch Kryptonutzer unterscheiden sich darin, welchen Grad an Vorschriften sie selbst bevorzugen. Manche wollen dabei bestimmte Vorschriften fördern, während andere es lieber hätten, wenn die Regierungen sich raushalten würden. Craig Wright, der eine der umstrittensten Persönlichkeiten in der Kryptoszene darstellt, sorgte für Aufsehen, als er ein staatliches Patent anmeldete, in dem er den Anspruch auf das Bitcoin Whitepaper erhebt, da er angeblich Satoshi Nakamoto sein soll.  Auf der anderen Seite gibt es Roger Ver, der unter dem Benutzernamen Bitcoin Jesus bekannt ist und sich für die Aufrechterhaltung des freien Marktes in der Kryptowelt einsetzt.

Auch Kryptobörsen verfolgen unterschiedliche Ansätze, so haben z.B. LocalBitcoins und Shapeshift freiwillig KYC eingeführt. Dies wird von vielen als der Versuch gesehen, Eingriffen der Regierung vorzubeugen. Der prominenteste Fall derartiger Eingriffe, war die Abschaltung des Bitcoin-Mixers „Bitcoin Blender“. Besonders Europol ist dafür bekannt, dass die Behörde gegen Mixer wegen des Vorwurfs auf Geldwäsche vorgeht. Dies zeigt, dass Vorschriften von den beteiligten Unternehmen durchaus ernst genommen werden sollten. Kryptowährungen selbst operieren zwar dezentral, doch gerade zentralisierte Schnittpunkte, wie z.B. Kryptobörsen, können sehr schnell zum Ziel staatlichen Vorgehens werden.

Dash möchte benutzerfreundlicher werden und erkennt die Grenzen des rechtlich-möglichen an

Langfristig möchte Dash als digitales Bargeld verwendet werden können. Hierzu muss die Technologie nicht nur schnell, effizient und sicher sein, die Nutzer müssen auch frei sein, sie zu verwenden. Eine Seite ist hierbei, dass Händler es als Zahlungsmethode akzeptieren müssen, wobei bisher fast 5000 Händler erreicht werden konnten, die sich dazu bereiterklärt haben. Die andere Seite ist jedoch, dass von Seiten der Regierung die Freiheit gewährleistet werden muss, die Technologie verwenden zu dürfen.

Dash möchte langfristig erfolgreich sein, weswegen es unnötige Aufmerksamkeit vermeiden möchte. Hierfür möchte Dash auch einen No-Action Letter von der SEC erhalten. Dies würde die Absicherung des Dash DAO Irrevocable Trust und der Dash Investment Foundation beinhalten. Zudem bietet Dash die optionale Funktion PrivateSend an, durch die Nutzer sich nicht auf Drittanbieter zur Anonymisierung verlassen müssen, da Drittanbieter besonders von Verbraucherschützern kritisch gesehen werden. Immerhin können diese Anbieter das Geld der Nutzer ohne Rekurs einbehalten. Dash möchte Bargeld im selben Rahmen sein, in dem auch staatliches Bargeld operiert, weswegen es gegen die Vorurteile ankämpft, die es in Zusammenhang mit kriminellen Aktivitäten bringen.