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Durch eine Partnerschaft der Unternehmen Gemini und Flexa ergibt sich die Möglichkeit in vielen Geschäften indirekt mit Kryptowährungen zu bezahlen, ohne, dass diese Geschäfte dabei die Kryptowährungen selbst akzeptieren müssen.

In einem Bericht wurde darüber gesprochen, dass die Kryptobörse Gemini eine Partnerschaft mit dem Startup Flexa eingegangen sei, durch die Kryptozahlungen erleichtert werden sollen. Der Gemini-Gründer Tyler Winklevoos sprach dem Bericht zufolge davon, dass Kryptowährungen Anwendungsfälle außerhalb des spekulativen Bereiches erfahren sollen:

„Flexa hat das Potenzial die Finanzindustrie zu revolutionieren, indem es mehr Anwendungsfälle für Kryptowährungen schafft. Fast alle Kryptoaktivitäten beschränken sich weiterhin auf „Kaufen“, „Verkaufen“ und „Investieren“. Durch diese Aktivitäten wird zwar die Preisfindung erleichtertet und Kryptowährungen erhalten ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, doch sie werden immer noch nicht als Währungen verwendet.“

Winklevoss skizzierte dabei die Möglichkeit mittels der Flexa-App, Kryptowährungen im Geschäft zu verwenden, wobei sogar Stablecoins integriert seien:

„Die Lösung von Flexa bietet unseren Nutzern die Möglichkeit, Zahlungen zu tätigen, bei denen sie von den Eigenschaften der Kryptowährungen profitieren, wenn es um finanzielle Freiheit, Datenschutz und Sicherheit geht. Der Gemini-Dollar ermöglicht zudem die Verwendung von Kryptowährungen, ohne, dass die Nutzer einer Preisvolatilität ausgesetzt sind.“

Flexa akzeptiert alle Kryptowährungen, die auch auf Gemini gehandelt werden. Die Nutzer müssen zunächst den Händler auswählen, bei dem sie bezahlen wollen, woraufhin die App einen QR-Code erzeugt. Dieser Code kann an der Kasse eingescannt werden, woraufhin die Kryptowährungen von der Wallet des Nutzers abgebucht werden.

Indirekte Vermittlung von Massenzahlungen

Zwar erhöht Flexa die Reichweite von Kryptowährungen, verhält sich dabei aber wie eine Bank, die die Kryptowährungen der Nutzer für sie hält und die volle Kontrolle über diese hat. Die Gelder werden laut der AGBs der Plattform von einem Treuhandservice verwahrt:

„Eingezahlte Kryptowährungen werden von einem Dritten in Treuhand verwahrt. Dieser ist lizenziert und versichert.“

Negativ ist jedoch auch zu sehen, dass Nutzer ihre Identität verifizieren müssen, wobei alle Guthaben eingefroren werden können, wenn ein Nutzer diesen Identifikationsprozess nicht ordnungsgemäß abschließt. Dies widerspricht dem Grundsatz des Datenschutzes, dem viele der frühen Kryptonutzer noch immer verschrieben sind:

„Sie ermächtigen uns, direkt oder über Dritte, alle Anfragen zu stellen, die wir zur Überprüfung Ihrer Identität für notwendig halten. Wir behalten uns das Recht vor, den Zugang zu Ihrem Flexa-Konto und/oder den Flexa-Diensten zu schließen, auszusetzen oder zu beschränken, falls wir nach angemessenen Anfragen keine Informationen über Sie erhalten können, die zur Überprüfung Ihrer Identität erforderlich sind.“

Flexa erlaubt Händlern nicht das direkte Akzeptieren von Zahlungen mit Kryptowährungen. Ein Zwischenschritt wie Flexa ist nicht das selbe wie ein Kassensystem, welches das direkte Zahlen mit Kryptowährungen fördert. Zudem ist der Unterschied zu klassischen Geschenkkartendiensten, wie z.B. eGifter und Bitrefill, nicht sonderlich groß, da diese in vielen Fällen einen ähnlichen QR-Code vermitteln können.

Geschenkgutscheine funktionieren ähnlich, lassen die Nutzer jedoch die Kontrolle über ihre Gelder behalten

Auch wenn Flexa es geschafft hat Kryptowährungen vielen Menschen neu ins Bewusstsein zu rufen, so gab es Geschenkkartendienste, die ähnliches anbieten, doch bereits seit Jahren. Apps wie Bitrefill haben zudem den Vorteil, dass ihre Nutzer nicht die Kontrolle über ihre Private Keys abgeben müssen, wenn sie ihre Kryptowährungen für Zahlungen benutzen wollen. Durch die Dash-Funktion InstantSend ist es sogar möglich bei Bitrefill einzukaufen und die Geschenkkarte nur eine Sekunde später bereits im Geschäft zu verwenden. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass Bitrefill keine sensiblen Daten anfordert, wie dies bei Flexa der Fall ist.