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Durch regulierte Plattformen, wie z.B. die Kryptowährungsbörse Gemini oder den Handelsplatz Bakkt, öffnen Kryptowährungen sich gegenüber dem traditionellen Finanzsystem, doch die Gefahr dadurch die zentralen Ideen der Kryptowährungs-Bewegung zu gefährden ist groß.

Gemini hat in den letzten Wochen eine neue Kampagne gestartet, welche darauf abzielt die Börse als jene hervorzuheben, die sich am strengsten an staatliche Regelungen hält. Die Kampagne hat zu Kontroversen in der breiteren Kryptoszene geführt, da staatliche Regelungen von vielen Kryptonutzern skeptisch gesehen werden. Für Neueinsteiger kann das Vorhandensein einer solchen Börse aber positiv sein, da viele außenstehende Menschen noch nicht mit der Cypherpunk-Philosophie in Kontakt gekommen sind.

Auch das allgemeine Interesse an Bakkt, einer Kryptowährungsbörse, die von der Intercontinental Exchange (ICE) unterstützt wird, geht in eine ähnliche Richtung. Bei ihrem Serie A Fundraising haben die Verantwortlichen etwa $180 Millionen eingesammelt, wobei auch der 23. reichste Mensch der Welt, Li Ka-shing, an der Finanzierung beteiligt war. Ka-shing ist bereits mit Kryptowährungen vertraut, wie sein Investment in Blockstream (2016) und BitPay (2013) zeigt.

Popularität auf Kosten der Ideologie

Viele Kryptowährungsnutzer, die seit Jahren an der Massenakzeptanz arbeiten, sehen Kryptowährungen als Mittel zur finanziellen und monetären Freiheit. Bei den meisten Nutzern dieser Generation handelt es sich um klassische Liberale/Libertäre/Anarcho-Kapitalisten/Anarchisten/Cypherpunks, die Kryptowährungen als logische Konsequenz ihrer Weltanschauungen ansehen. Vor diesem Hintergrund ist es klar, dass ein Eingehen auf Gesetze und staatliche Regelungen kaum auf Gegenliebe von Seiten der Kernnutzer stoßen wird. Viele Vertreter des Staates drängen jedoch auf eine umfassendere Reglementierung des Sektors und favorisieren dabei Börsen wie Gemini oder Bakkt und zentralisierte Kryptowährungen wie XRP.

Wie reagieren nun die Kernmitglieder der Bewegung auf diese neueren Entwicklungen? Einerseits ist es positiv, dass Mainstream-Investoren in den Markt strömen, da sie in diesem den entsprechenden wirtschaftlichen Theorien und Philosophien der Szene ausgesetzt werden, die für seine bloße Existenz verantwortlich ist. Viele Menschen lernen erst durch Kryptowährungen, was Geld eigentlich ist und woher Wohlstand kommt. Auf der anderen Seite verwässern Investoren, denen es nur darum geht im Kryptowährungsmarkt Geld zu verdienen, die Bemühungen eine bessere Welt zu schaffen und sorgen vor allem dafür, dass Kryptowährungen in die brüchigen Strukturen des alten Finanzsystems Eingang finden.

Dash bleibt seiner Philosophie treu und will von unten wachsen

Dash verfolgt einen Ansatz, der sich auf Graswurzelbewegungen stützt. Mit diesem Ansatz wurden bisher 4800 Händler auf der ganzen Welt gewonnen, die Dash auf Grund seiner Eigenschaften als digitales Bargeld akzeptieren. Die Verwaltung des Dash-Ökosystems läuft über die sog. Dezentrale Autonome Organisation (DAO), durch die die Gemeinschaft der Masternodes Entscheidungen treffen und Finanzierungen vergeben. Dash hat durch diese Organisationsstruktur zudem die Möglichkeit sich selbst zu regulieren, weswegen ein Eingreifen des Staates in das Ökosystem eher nicht notwendig ist.

Durch seine innovative Struktur konnte Dash in Ländern wie Venezuela an Boden gewinnen, da dort wirtschaftliche und finanzielle Freiheit von größter Bedeutung ist. Dash hat es dabei immer geschafft seiner ursprünglichen Philosophie treu zu bleiben und trotzdem breite Akzeptanz zu finden.