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Facebook hat bisher die meiste Werbung für Kryptowährungen verboten, doch nun wurde diese Richtlinie weiter gelockert, wodurch wieder mehr Unternehmen Zugang zu dieser Form der Werbung erhalten werden.

Das ursprüngliche Verbot von Werbung für Kryptowährungen und besonders ICOs wurde im Januar 2018 eingeleitet, da viele betrügerische Plattformen über Facebook bewarben. Bereits im Juni war dieses Verbot jedoch gelockert worden, sodass ausgewählte Unternehmen, die sich dafür eines Genehmigungsprozesses unterziehen mussten, als Werbetreibende zugelassen wurden. Ein generelles Verbot für Binäroptionen und ICOs blieb allerdings bestehen. Durch die neuen Richtlinien wurde der Prozess noch einmal gelockert, wodurch weitere Unternehmen die Erlaubnis beantragen können.

„Wir verlangen weiterhin, dass Unternehmen einen Antrag stellen, bevor wir sie zulassen, doch besonders für Seiten aus den Bereichen Blockchain-Informationen, News, Bildung und Events werden keine Vorgenehmigungen mehr benötigt.“

Diese Ankündigung erschien zu einer Zeit, als bereits sehr viele Personen über das Gerücht diskutierten, dass Facebook eine eigene Kryptowährung oder einen eigenen Stablecoin für die Seite und WhatsApp schaffen wird.

Regulatorische Klarheit bringt Vorteile für Adaption mit sich

Gesetze und Richtlinien, die sich auf Kryptowährungen beziehen, können sich schnell ändern. Hester M. Peirce von der US-amerikanischen Behörde SEC, die auch den Namen „Crypto Mom“ trägt, forderte ihre Kommision dazu auf, klare Richtlinien zu erlassen, auf welche die Industrie sich einstellen kann. Diese Aufforderung bekräftigte sie auch auf dem Securities Enforcement Forum in East Palo Alto, Kalifornien, ein weiteres Mal, da fehlende oder unpassende Regulierungen der technischen Innovation im Weg stehen würden.

„Wir können die Innovation weder lenken noch aufhalten, wir müssen stattdessen sicherstellen, dass ihr gesamtes innovatorisches Potenzial zur Geltung kommen kann. Wenn wir gar nichts unternehmen, werden die betroffenen Unternehmen früher oder später abwandern und andere Länder werden von der Technologie profitieren, der wir uns verweigert haben.“

Diese Aussage wurde zur gleichen Zeit getätigt, als auch das FinCEN (Financial Crimes Enforcement Network) sich zu einzelnen Fragen aus den Bereichen Kryptowährungen und ICOs geäußert hatte. Jake Chervinsky, ein Anwalt aus dem Kryptobereich, veröffentlichte 21 Tweets, in denen er die Gewinner und Verlierer dieser neuen Richtlinie aufführte. Durch diese Richtlinien gibt es u.A. die Möglichkeit bestimmte ICOs als Finanzierung und nicht als Wertpapier zu klassifizieren, wenn die Token keine Funktion übernehmen, die gemeinhin Wertpapieren zugesprochen werden.

Auch wenn dies weiterhin einige Fragen offen lässt, so entsteht doch zumindest ein gewisses Maß an regulatorischer Sicherheit, die für manche Unternehmen richtungsweisend sein kann. Dies könnte z.B. auch die Werberichtlinien von Facebook beeinflussen. Viele andere Fragen, ob in den USA, Europa oder anderen Teilen der Welt, bleiben ungeklärt, schnell veränderbar und bürokratischer Willkür ausgesetzt, wodurch Kryptowährungen bei vielen Unternehmen weiterhin auf Ablehnung stoßen werden.

Dash setzt auf sichere rechtliche Rahmenbedingungen

Manche Kryptowährungen warten weiter auf regulatorische Klarheit, bevor sie aktiv werden, doch Dash hat sich für einen dezentralen Ansatz entschieden. Statt nur auf Lobbying zu vertrauen, werden in der Community Teams gebildet, die sich für die direkte Akzeptanz durch Händler innerhalb des rechtlichen Rahmens einsetzen. Zu diesen Teams gehören Dash Colombia und Dash Brazil, welche durch das Dash Invites Programm das Aufeinandertreffen von Händlern und Kunden fördern, die alle ein Interesse an Dash haben. Durch das Kennenlernen sollen auch der Grundstein für Dash-Zahlungen außerhalb der Veranstaltungen gelegt werden. Auch in Venezuela haben sich mehrere Teams für die Verbreitung von Dash eingesetzt, wodurch sogar mehrere große Ketten gewonnen werden konnten. Das Dash Text Team, welches eine SMS Wallet entwickelte hatte, stieß jedoch auf Widerstand, als sie versuchte diese auch für WhatsApp einzuführen. Dies ging zwar ohne Probleme bei Telegram, doch Facebook, der Besitzer von WhatsApp, sperrte alle Kryptotransaktionen über die Plattform.

Dash möchte außerdem neue rechtliche Innovationen anstoßen. Hierzu fand vor Kurzem die Wahl der Protektoren des Dash Irrevocable Trust statt, welcher Überwachen soll, dass das Dash Core Team immer im Interesse des Netzwerks handelt. Eine ähnliche Neuheit ist auch die Dash Investment Foundation, die weltweit erste Stiftung ohne Mitglieder und Begünstigte. Diese ermöglicht Investitionen in die Infrastruktur des Netzwerks, ohne, dass die Dash Masternodes zur Einhaltung bestimmter KYC/AML-Vorschriften gezwungen wären. Um noch einen Schritt weiter zu gehen hat Dash einen No-Action-Letter bei der SEC beantragt, der sicherstellen soll, dass bestimmte Wertpapier-Vorschriften nicht auf Dash anzuwenden sind.