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Im Rahmen meines Aufenthaltes in Frankfurt am Main anläßlich der von DASH gesponsorten Fintech Messe „Digital Finance 2017“, traf ich auf das ehemalige Enfant Terrible der deutschen Finanzszene, den Ex-Hedgfonds Manager und aufmerksamen Kapitalmarktbeobachter Florian Homm.

Er verfolgt den aufstrebenden Finanz-Mikrokosmos der Blockchain-Welt mit großem Interesse und erzählte mir, dass er schon in seinem Buch „Erfolg im Crash“ vor über einem Jahr eine kleine Beimischung von ausgesuchten Kryptowährungen, unter anderem DASH, empfohlen habe. Für ein Update zu seinem kostenpflichtigen Investoren-Newsletter, aus dem ich mit seiner Erlaubnis zitieren darf, befragte er mich speziell zu DASH und den Neuigkeiten aus der Community. Ich war sehr beeindruckt, wie genau und kritisch Homm Entwicklungen der Krypto-Szene verfolgt. Neben DASH empfahl er bspw. IOTA bereits sehr frühzeitig, als das Projekt nur den wenigsten bekannt war. Auch über die jüngsten Turbulenzen und Verstimmungen innerhalb der Bitcoin-Community zeigte er sich besten informiert und teilt hier meine Skepsis. Er ist kein großer Freund von Bitcoin, dessen Technik Homm als antiquiert betrachtet und präferiert sogar die Bitcoin Cash Fork, betont aber, dass derzeit Bitcoin und Ethereum die beste Liquidität böten, um überhaupt in den noch äußerst engen Markt zu kommen.

„Was viele Marktteilnehmer nicht auf dem Schirm haben: Die Streitpunkte zwischen Bitcoin Cash (BCH) und Bitcoin (BTC) spaltet derzeit die Fangemeinde. Im Grunde ist die zugrundeliegende Technologie dieselbe. Die BTC Community setzt auf ein dezentralisiertes System, während das Ermöglichen einer schnellen und billigen Transaktion an zweiter Stelle steht. Der BCH Community dagegen ist es wichtiger, dass mittels Kryptowährung schnell bezahlt werden kann. Die Dezentralisierung ist ihnen weniger wichtig. Aus dieser Diskussion können hard forks folgen, also Abspaltungen, wodurch effektiv eine neue Währung kreiert würde. Dieser fast schon ideologische Kampf zwischen den beiden Gruppen könnte für Verunsicherung bei Neueinsteigern sorgen.“

Auch für den derzeitigen Hype findet er deutliche Worte:

„Die Hysterie um das Thema Kryptowährungen erinnert uns sehr stark an den überhitzten Neuen Markt. Investoren kauften damals wie verrückt heiße Neuemissionen, auch Initial Public Offering (IPO) genannt. In der Kryptoszene nennt man dieses Phänomen Initial Coin Offerings (ICOs). Mittlerweile begeben Nachtklubs in den USA Kryptowährungen und Paris Hilton gilt als Influencer in dieser Szene. Jeder drittklassige Marketeer bietet mittlerweile Seminare zu Kryptowährungen an und hat selber keine Ahnung von der Materie. Der Markt wird zudem durch chinesische Spekulanten geprägt, die durch Bitcoin und Co. die Beschränkungen der Auslandsdevisen umgehen können.“

Homm geht davon aus, dass nur wenige der weit über Tausend Blockchain-Projekte das nächste reinigende Kursgewitter überleben werden und empfiehlt daher derzeit aktuell nur sehr selektiv mit geringem Spielgeld von derzeit nur noch 3% seines Muster-Portfolios in die Projekte einzusteigen, die es möglicherweise in fünf Jahren noch geben wird. Mit einer Gewichtung von 40% nimmt DASH hierbei den Löwenanteil ein:

„40% Dash, für uns das viel bessere Bitcoin in jeglicher Hinsicht. Dash ist technologisch wesentlich sinnvoller aufgestellt. Transaktionsgebühren sind wesentlich niedriger. Circa zehn Prozent der neu generierten Coins werden für Marketing und Entwicklung eingesetzt. Es gab in der Vergangenheit keine Abspaltungen wie bei Bitcoin (Bitcoin Classic., Bitcoin Cash, Bitcoin Gold usw.), die konkurrieren.“

Besonders beeindrucken ihn das hochprofessionelle Team und er empfiehlt seinen Lesern hierzu das Q&A der DASH Entwickler auf der DASH Konferenz im September in London. Homm glaubt, dass DASH sich möglicherweise in Schwellenländern wie Venezuela oder Schwarzafrika verbreiten könnte.

Im Musterportfolio folgen Ethereum (20%), IOTA (20%), und Bitcoin Core sowie Bitcoin Cash mit je 10%, wobei hier der Warnhinweis folgt:

„Eigentlich sind wir keine Fans von Bitcoin, aber diese beiden Währungen sind in der öffentlichen Wahrnehmung die Kryptowährungen schlechthin.“

Seine abschließenden Warnungen zum Thema Risikomanagement, sollte sich jeder Anleger zu Herzen nehmen:

„Sie sollten immer nur investieren nachdem Sie sich ihre eigene Meinung gebildet haben. Kryptowährungen sind keine einfachen Investment-Vehikel. Wenn dies so wäre, wären die besseren, nachhaltigen Kryptowährungen sicherlich wesentlich etablierter, teurer und hätten kein besonderes Kurspotenzial mehr. In diesem Bereich muss man aufgrund der riesigen Schwankungen gute Nerven haben. Es ist durchaus möglich, dass diese Währungen an einem Tag 30 Prozent oder mehr im Wert verlieren. Deswegen halten wir ausreichend trockenes Pulver zur Verfügung, damit wir unseren Bestand nach einer Marktkorrektur ausbauen können“.