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In der Anfangszeit der Kryptowährungen sahen wir die sozialen Netzwerke von begeisterten Nachrichten überschwemmt, wann immer ein Imbiss oder ein Food-Truck erklärte, dass er die digitalen Währungen nun als Zahlungsmethode akzeptiere. Jeder freute sich darüber seine Coins in der echten Welt nutzen zu können. Mittlerweile ist das Ökosystem so stark gewachsen, dass man sogar Regierungen und Großkonzerne sehen kann, die bereit sind die zensurresistenten und digitalen Währungen zu akzeptieren. Auf der einen Seite scheint es also, dass das Überzeugen einer Bäckerei nicht mehr den Aufwand lohne, doch auf der anderen Seite ist dies genau das, was wir heute dringender brauchen als jemals zuvor.

1: Kleine Händler und ihre Kunden – die Henne und das Ei

Auch wenn Kryptowährungen technologisch sehr weit fortgeschritten sind und auf gesunden wirtschafts-theoretischen Beinen stehen, so haben sie doch ohne Nutzer keine Bedeutung. Und wie viele Nutzer kann man gewinnen, wenn es keine Akzeptanzstellen gibt? Genauso stellt sich auch die Frage, welcher Händler denn Kryptowährungen akzeptieren möchte, wenn seine Kunden nicht bereit sind mit ihnen zu bezahlen. Kleinere Händler mit einer geringen Anzahl an Kunden können hierbei als Katalysatoren fungieren, denn aus einem Geschäft mit einem Kunden kann bald ein Dutzend Kunden mit einem Dutzend Akzeptanzstellen werden, wenn sich ein lokales Krypto-Ökosystem formen sollte. Und dieses wächst von Mal zu Mal schneller, da die Argumente mit einer wachsenden Community immer stärker werden.

Der Vorteil daran zuerst auf die Händler zuzugehen, ist wohl, dass dies einen messbareren Erfolg für deren Gegenstück, den Verbraucher, darstellt, als, dass die Gewinnung neuer Endverbraucher für den interessierten Händler messbar wäre. Wenn der gleiche Arbeitsaufwand stattdessen in ein großes Unternehmen oder eine Kette gesteckt würde, wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er ins Leere laufen würde. Die Wahrscheinlichkeit etwas zu erreichen ist bei kleineren Unternehmen größer.

2: Kleinere Händler sind selbst Endverbraucher

Händler brauchen Kunden, damit es sich für sie lohnt und ein Vertrauensverhältnis geschaffen werden kann. Der Vorteil bei der Gewinnung vieler kleiner Unternehmen ist, dass sie auch selbst zu Kunden werden können, während ein größeres Unternehmen wohl eher Interesse an einem Zahlungsprozessor und weniger an dem direkten Akzeptieren von Kryptowährungen hätte. Der Inhaber eines kleinen Unternehmens hat es viel einfacher, die Kryptowährungen direkt als eigenes Einkommen zu akzeptieren, das er dann in einem anderen Geschäft direkt nutzen kann. Hierdurch kann ein mikroökonomischer Kreislauf entstehen, in dem viele Händler beieinander einkaufen und mit Kryptowährungen bezahlen. Das Ökosystem entwickelt sich dadurch schneller weiter, als durch die Integration in große Unternehmen, die nur ein geringes Interesse an den Währungen selbst haben und sie nur als ein Zahlungsmittel unter vielen sehen.

3: Große Unternehmen werden die Letzten sein, nicht die Ersten

Selbstverständlich kann Massenakzeptanz nicht geschehen, wenn nicht auch große Unternehmen einen Mehrwert in Kryptowährungen sehen. Aus offensichtlichen Gründen dürften sie allerdings die Letzten sein, die solch einen Schritt bereit sind zu gehen. Sie müssen Kryptowährungen in komplexe Buchhaltungssystem integrieren, ihre Infrastruktur anpassen, Mitarbeiter auf allen Ebenen schulen, rechtliche Fragen erörtern und erweiterte Schutzmaßnahmen ergreifen. Dies verdeutlicht, warum sich dieser Schritt für große Unternehmen momentan noch nicht lohnt. Es wird darum viel wahrscheinlicher, dass man bei ihnen auf offene Ohren trifft, wenn man bereits eine lokale Ökonomie vorweisen kann, deren Existenz bestimmte Prozesse vereinfachen kann. Um es kurz zu fassen: Lokale Integrationen sind notwendig, um globale Akzeptanz zu erreichen.