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Verständlicherweise ist Dezentralisierung eines der am meisten diskutierten Themen, wenn es um dezentralisierten Peer-to-Peer Netzwerke geht. Das Wort wird mit nahezu religiösem Eifer verwendet und „zentralisiert“ ist ein Vorwurf, den man unliebsamen Gegner entgegen schmettert. Doch was gehört tatsächlich zur Dezentralisierung dazu? Hier ist ein 5-Punkte-Test, den man auf jede Kryptowährung anwenden kann.

 1: Entwicklung

Das wichtigste und offensichtlichste Element dieser Übung ist die Entwicklung des Coins selber. Auch wenn ein einiger Entwicklungsprozess wichtig für Konsistenz und Ergebnis ist, geht es hier doch um eine Frage der Kontrolle: Wer entscheidet, was implementiert wird, wie es implementiert wird und wessen Beitrag dabei Gewichtung hat. Hierzu gehört auch: Wie einfach ist es Entwickler zu entfernen und zu ersetzen? Ein Team baut zwar in der Theorie auf jedermanns Teilnahme, doch gibt es immer einen kleinen Teil der Gruppe, der das Sagen hat. Wenn anderen Teilnehmern die Möglichkeit fehlt, auf diese Führungsgruppe Druck aufzubauen oder sie auszutauschen, dann ist das Projekt nicht wirklich dezentralisiert.

2: Finanzierung

Die Richtung und die Struktur eines Coins hängt sehr davon ab, wie die Rechnungen bezahlt werden. Ein unabhängiger Finanzierungsmechanismus wird benötigt, um zu verhindern, dass das Projekt von einem reichen und mächtigen Außenstehenden beeinflusst werden kann. Ohne eigene Finanzierung kann die gewünschte Entwicklung einfach von außen gekauft werden oder ein größeres und professionelleres Team mit größeren Ressourcen kann das alte Team ersetzen.

3: Entscheidungsfindung

Ein Aspekt der Kryptowährungen, der häufig übersehen wird, ist die Art und Weise wie Entscheidungen über die Richtung des Projektes getroffen werden. Ein ansonsten guter Coin kann ein zentralisiertes Dasein fristen, wenn es der Community nicht wirklich möglich ist, über die Richtung des Projektes mitzubestimmen. Unter diesen Umständen kann es ganz an den Entwicklern liegen die Richtung anzugeben und die Community muss sich entweder ein neues Team suchen oder sich den Entscheidungen des jetzigen unterwerfen. Dass nur diese beiden Möglichkeiten übrig bleiben, lässt das Entwicklerteam machen, was es möchte, selbst wenn die Mehrheit der Community dagegen protestiert.

 4: Mining und Wartung im Netzwerk

Auch wenn das Projekt an sich dezentralisiert ist, bleibt noch immer die Frage wie das Netzwerk betrieben wird. Ein noch so guter Coin, der nur durch einen einzigen Mining Pool betrieben wird, bleibt doch an einer entschiedenen Stelle zentralisiert. Ein Angreifer kann das Netzwerk sehr effektiv stören, wenn er diesen einen Mining Pool bedroht. Und auch der Mining Pool selbst kann seinen Einfluss nutzen, um die Währung zu korrumpieren.

5: Ökosystem

Zuletzt bleibt noch ein Bereich, der nicht sofort ins Auge springen mag, wenn es um die Dezentralisierung geht und das ist das Ökosystem. Ein Coin kann Dezentralisierung in allen oben genannten Bereichen erlangen und dennoch nur von einem sehr kleinen Spektrum an Unternehmen integriert werden. Wenn jemand den besten Coin der Welt bietet, aber auf eine einzige Plattform vertrauen muss, um ihn zu verkaufen, nur wenige Unternehmen dazu begeistern kann ihn zu verwenden und nur eine einzige Wallet bieten kann, wie dezentralisiert ist da das Nutzererlebnis? Der letzte Schritt um Zensur durch Dezentralisierung zu vermeiden ist es möglichst viele Möglichkeiten zu bieten einen Coin zu verwenden.