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Dash hat angekündigt, dass die Dash-Plattform, die als Grundlage für dezentrale Anwendungen (DApps) dienen soll, über eine Sidechain, die sog. „Platform Chain“ laufen wird.

Ivan Shumkov, der leitende Entwickler der Dash-Plattform, erklärte die Struktur in einem Beitrag, der in dieser Woche veröffentlicht wurde, wobei er auch die Probleme der Datenübertragung, die zu dieser Lösung geführt hatten, ausführlich beschrieb:

„Um die entsprechenden Dienste zu hosten und zu betreiben läuft die Dash Platform nur über das Masternode-Netzwerk. Dies ist eine wesentlich skalierbarere Lösung, da die Masternodes für die Bereitstellung ihrer Dienste entschädigt werden und dadurch mehr Ressourcen zur Verfügung stellen können. Für die Verarbeitung und Speicherung des Zustandes benötigt die Plattform ein Konsensusprotokoll mit byzantinischer Fehlertoleranz. Dieses Protokoll stellt sicher, dass die Daten von einem Quorum (d.h. einer Teilmenge) der Masternodes zuverlässig validiert und verarbeitet werden.

Wir haben zwei Lösungsansätze untersucht, wie wir Zustandsübergänge am besten aufzeichnen und finalisieren können: über die Verwendung der bestehenden Blockchain oder über die Schaffung einer neuen Blockchain, die ausschließlich für die Plattform genutzt wird.“

Das Team entschied sich für die Schaffung einer separaten Blockchain, die auch als Sidechain oder Plattform-Chain bezeichnet wird, damit über sie anwendungsspezifische Elemente ausgeführt und gespeichert werden können.

Die Vorteile einer separaten Blockchain für die Dash-Plattform

Die Gründe, die dazu geführt haben, dass Shumkov und sein Team sich für eine völlig separate Blockchain entschieden haben, um DApp-Zustandsübergänge zu regeln, hängen zum einen mit der Geschwindigkeit und Effizienz, aber auch mit dem Risiko, welches diese für die Haupt-Blockchain bieten können, zusammen:

  1. „Efficient Resource UsageRunning the Platform Chain sidechain exclusively on the masternode network reduces the overall network load and the size of the existing blockchain.Cheaper, Deterministic State Transition Fees
    Without miners involved, state transition fees only go to masternodes. This reduces the cost of using Dash Platform and simplifies the fee calculations. So now fees depend only on data size and the complexity of the data processing operations. Since the costs are predefined, businesses and developers will be able to deterministically calculate the price of the state transition before sending it to DAPI.
  2. Easy Data Verification for Light ClientsIn order to make data verifiable for light clients, we store Platform State as a merkle forest (multi-level merkle trees²) and save the merkle root in block headers. Going back to our previous example, to verify any memo in memo.dash a client only needs to get a merkle proof and the last header signed by the quorum. This state-centric approach makes verification for light clients much easier than classic SPV. Additionally, blocks become less significant, which means we don’t need to be concerned about blockchain data sharding and can simply keep the most recent blocks.
  3. Faster State Transition Finalization for Better UXSince it’s a separate blockchain, we’re implementing a consensus protocol that fits the platform requirements. Instead of Proof-of-Work, we can rely on the incentivized masternodes and build a Proof-of-Service based consensus. If a masternode doesn’t provide a service or misbehaves, it will be punished. Thus, utilizing masternode quorums for block proposing and validation allows us to both reduce block time to seconds and ensure absolute finality. This significantly simplifies Platform State and Drive, because it isn’t necessary to handle blockchain reorgs.
  4. Decreased Risk to Core FunctionalityIntroducing a separate blockchain decouples Dash Platform from the current Dash functionality and builds it as a second layer. The first layer doesn’t know about the second one, so if something happens with the platform it won’t affect the existing blockchain and its payment functionality.“

Ethereum verarbeitet Datenübergänge On-Chain, was in der Vergangenheit zu erheblichen Verzögerungen geführt hat, da DApps und Nutzer durch zwei separate Nutzungsmöglichkeiten miteinander konkurriert haben: Smart Contracts und Geldübermittlung. Diese Verzögerungen haben dazu geführt, dass Nutzer häufig mit hohen Gebühren zu kämpfen hatten, weswegen Vitalik Buterin, der Gründer von Ethereum, sogar so weit ging, dass er die Ethereum-Blockchain als „fast voll“ bezeichnete. Ethereum versucht die Skalierbarkeit zu erhöhen, indem es auf Proof-of-Stake wechselt, was im nächsten Jahr durchgeführt werden soll.

Einige Bitcoin Forks zielen weiterhin darauf ab, die Blockchain für jeden Anwendungsfall zu verwenden, wobei Bitcoin SV dafür die größten Blöcke bereit stellt. Ob dies auch zu einem Konflikt zwischen Anwendungen und Zahlungen führen kann, unter dem eine oder beide Seiten zu leiden hätte, bleibt abzuwarten.

Die zwei Ebenen des Dash-Netzwerks

Dash kombiniert Proof-of-Work Mining mit Proof-of-Service Masternodes, wodurch es Probleme lösen kann, die für viele andere Projekte eine große Herausforderung darstellen können. Dies gilt nicht nur bei der Sidechain der Dash Plattform, sondern kann auch an Funktionen wie PrivateSend und InstantSend gesehen werden. Durch PrivateSend kann ein CoinJoin durchgeführt werden, ohne, dass der Nutzer einem Dritten sein Geld anvertrauen müsste. InstantSend ermöglicht hingegen eine sofortige Absicherung der Transaktionen über das Masternode-Netzwerk. Eine Blockchain, die dies On-Chain durchführen wollen würde, bräuchte eine Blockzeit von 2 Sekunden, was zu einer sehr hohen Rate an verwaisten Blöcken führen würde. ChainLocks wiederum sichern die Blöcke, welche über die erste Ebene geschrieben wurden, über die zweite Ebene ab, ohne, dass ein Angriff auf die erste Ebene sie überschreiben könnte, wodurch Dash resisten gegenüber 51%-Angriffen ist.

Dash verwendet somit die gleiche Technologie der Blockchain, die sich für Bitcoin seit 2009 bewährt hat und ergänzt sie zudem um eine zweite Ebene, welche die Tür für neue Möglichkeiten öffnet, wobei die Sidechain der Dash-Plattform, welche die Zustandsübergänge speichert, die neuste dieser Möglichkeiten ist, die von Dash genutzt wird, um die Funktionsreichweite des Netzwerks zu verbessern.