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Unternehmen und Börsen, die Dash akzeptieren, können den „Reiseregeln“ der Financial Action Task Force (FATF) genauso gut oder sogar besser entsprechen, als wenn es um Bitcoin gehen würde.

In diesem Sinne hat die Dash Core Group einen Beitrag veröffentlicht, in dem der Business Development Manager Omar Hamwi die sog. „Reiseregel“ dahingehend untersucht hat, wie sie sich auf verschiedene Virtual Asset Service Provider (VASPs) auswirkt und wie die entsprechenden Parteien eine adäquate Einhaltung der Vorschriften verwirklichen können:

„Die Richtlinie legt fest, welche Informationen VASPs von ihren Kunden erfahren müssen, die eine Überweisung oder eine Auszahlung von einem Kundenkonto machen möchten. Das gleiche gilt für den VASP des Empfängers, der die entsprechenden Daten ebenfalls erfassen muss. Beide müssen die Richtigkeit der so gesammelten Daten überprüfen. Hierdurch wird die Anforderung auf beide Seiten verteilt, wodurch ein lückenloses Sammeln der Daten gewährleistet wird. Kurz gesagt: Die Reiseregel hat das Ziel, die gleichen regulatorischen Anforderungen, die auch für traditionelle Fiat-Überweisungen gelten, in andere Bereiche zu übernehmen.“

Börsen und andere Dienste müssen dabei folgende Daten sammeln: Namen, Kontonummern, Kryptowährungsadressen, physische Adressen oder andere Informationen zur Identifikation, wobei alle Informationen für beide Parteien einer Transaktion gesammelt werden müssen. Die Bereitstellung dieser Informationen ist im Falle von Dash kein Problem, da die optionale Anonymisierungsfunktion PrivateSend manuell aktiviert werden muss, weswegen die VASPs selbst entscheiden können, dass eine ausgehende Transaktion der Richtlinie entspricht. Hamwi ist jedoch auch der Ansicht, dass gemischte Transaktionen bei Bitcoin und Dash auch aus regulatorischer Sicht problemlos akzeptiert werden können:

„Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie eine Börse erkennen kann, dass CoinJoin in die Transaktion involviert war, wobei die Transparenz des Kryptowährungs-Netzwerks hierbei die entscheidende Rolle spielt. Hierdurch können die VASPs diese Transaktion erkennen, filtern und, falls sie ihnen verdächtig vorkommt, den Regulierungsbehörden auf eine einfache und effiziente Weise melden.“

Laut Karen Hsu von BlockchainIntel gilt das gleiche auch für Dash, weswegen es Börsen einfach fallen sollte, das Risiko einer Transaktion zu bewerten und dadurch ein Höchstmaß an Compliance zu gewährleisten.

Warum Bitcoin Schwierigkeiten bei der Einhaltung der Regel haben kann

Die Anonymisierungsfunktion von Dash stellt nicht nur kein unüberwindbares Hindernis für die Einhaltung von Richtlinien dar, da es lediglich eine effizientere, sicherere und günstigere Form der Technologie ist, die auch bei Bitcoin zum Einsatz kommt, wie dies Ryan Taylor von Dash Core kürzlich betonte. In seinem Beitrag wies Hamwi außerdem darauf hin, dass das Lightning Network es Plattformen deutlich schwieriger machen würde, Richtlinien einzuhalten, die sich auf die Herkunft der Gelder beziehen:

„Das Bitcoin Netzwerk hat neue Formen von Off-Chain Transaktionen implementiert, wobei vor allem Lightning (LN) an Popularität gewonnen hat. Diese Transaktionen werden nicht auf der Blockchain gespeichert, wodurch keine wirkliche Sichtbarkeit für den Start und Endpunkt einer Transaktion besteht.“

Neben den Fragen, die das Lightning Network in Bezug zur Compliance aufwirft, zeigt auch ein aktueller Verlust von 4 BTC, welche Sicherheitsprobleme mit der Verwendung der neuen Technologie einhergehen, was eine deutliche Hürde für die Akzeptanz im Alltag bedeuten kann.

Die langfristigen Auswirkungen des „bösen“ Namens Darkcoin

Der Hauptgrund, warum Dash laut Hamwi mit Regulierungsbehörden ein Problem hat, ist in dessen Charakterisierung durch die Krypto-Medien zu suchen:

„Der Ruf, den Dash momentan hat, wurde durch die Entscheidung geprägt, die Kryptowährung Anfang 2014 von Xcoin in Darkcoin umzubenennen, um dessen PrivateSend-Funktion hervorzuheben. Das Projekt entwickelte sich jedoch in eine andere Richtung, in der sofortige Transaktionen das Hauptmarkenzeichen darstellen sollten, doch aufgrund des Namens kam sehr oft die Assoziation mit dem Darknet auf, selbst nachdem der Name des Projektes Anfang 2015 in Dash geändert worden war. Einer der Hauptgründe hierfür ist, dass Krypto-Journalisten das „verruchte“ oder „mystische“ für ihre Geschichten verwenden wollen, um mehr Klicks zu generieren.“

Die Charakterisierung von Dash als „Privacy Coin“ ist nach wie vor gebräuchlich und gerade für Börsen problematisch, die versuchen, eine vollständige Konformität aufrechtzuerhalten. In diesem Sinne gab auch OKex Korea bekannt, dass sie Dash und andere Privacy Coins delisten werden, wobei das Delisting von Dash und Zcash nach Kontaktaufnahme durch die jeweiligen Teams pausiert wurde. Die Weiterbildung auf diesem Thema kann dazu führen, dass ein Präzedenzfall geschaffen wird, der auch für andere Projekte von Bedeutung sein wird.