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Laut einer Aussage des Blockchain-Analyseunternehmens Chainalysis werden die meisten anonymen Bitcoin-Transaktionen nicht für anonyme Zwecke verwendet.

Das Unternehmen Chainalysis hat Bitcoin-Transaktionen durchsucht, die an sog. Mixer geschickt wurden. Hierbei handelt es sich um Dienste, die Nutzerguthaben vermischen, um dessen Herkunft zu verschleiern und dadurch den Absender zu schützen. Die größte Quelle von Geldern, die an Mixer geschickt werden, stammt von bekannten Börsen, weswegen anzunehmen ist, dass es sich hierbei um Nutzer handelt, die einen höheren Grad an Privatsphäre anstreben. Laut Hannah Curtis, der Produktmanagerin von Chainalysis, handelt es sich hierbei wahrscheinlich um eine bewusste Entscheidung, die Privatsphäre zu schützen und nicht um den Versuch, illegale Aktivitäten zu verschleiern:

„Viele Menschen benutzen Mixer, um ihre Privatsphäre zu schützen. Doch wir wissen auch, dass illegale Gelder in Mixern landen.“

Die zweithäufigste Quelle sind andere Mixer, da es anscheinend viele Nutzer gibt, die der Gefahr vorbeugen wollen, dass ein Mixer kompromittiert worden ist. Gestohlene Gelder machen 8,1% und Darknet-Märkte 2,7% der Guthaben aus.

Nur wenige Bitcoin-Transaktionen haben einen kriminellen Hintergrund

Auch wenn Bitcoin nicht direkt über eine Anonymisierungsfunktion verfügt, so überwiegt es doch, wenn es um anonyme Transaktionen geht, und übertrifft dabei alle sog. Privacy Coins. Karen Hsu von BlockchainIntel sprach davon, dass 3-4% aller Bitcoin-Transaktionen gemischt werden, also doppelt so viele wie anonyme Transaktionen bei Privacy Coins. Wenn 10,8% aller gemischten Bitcoin-Transaktionen aus illegalen Quellen stammt, so gilt dies umgerechnet für 0,43% aller 350.000 Bitcoin-Transaktionen, die am Tag stattfinden.

Auch wenn Dash Mixing auf eine Art und Weise durchführt, bei der der Nutzer nicht einem Drittanbieter vertrauen muss, da es in das Protokoll integriert wurde, so geht es hierbei doch nur um einen kleinen Teil der Transaktionen, welche laut Dash Radar üblicherweise unter 1% aller Transaktionen liegen.

Privatsphäre ist ein Gut und keine Straftat

Untersuchungen, wie jene von Chainalysis, deuten darauf hin, dass anonyme Transaktionen eine vernünftige Aktivität darstellen und kein Grund zur Sorge sind. Auch Ryan Taylor, der CEO der Dash Core Group, sprach davon, dass sich die Anonymisierungsfunktion bei Dash technisch nicht von derjenigen bei Bitcoin unterscheidet, sie ist bloß sicherer für den Endverbraucher. Daher gibt es an sich keinen Grund, dass Dash von Börsen und Behörden anders bewertet werden sollte als Bitcoin.

Radikale Transparenz ist ein Hauptargument für den Wert von Kryptowährungen, doch transparente Transaktionen sind nicht für jede monetäre Handlung geeignet, da das Bekanntwerden bestimmter Transaktionen eine Gefahr darstellen kann. Aus diesem Grund versuchen auch gesetzestreue Nutzer ihre Privatsphäre zu schützen, weswegen sie auch die Bewegung ihres Guthabens vor neugierigen Blicken verschleiern wollen, auch wenn sie gleichzeitig dazu bereit sind, entsprechende staatliche Vorschriften einzuhalten.