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Shammah Chancellor, ein Bitcoin ABC Entwickler, sprach von Marktversagen, wenn es um die Finanzierung des Protokolls geht, weswegen er eine mögliche alternative Finanzierungsmethode sucht. Dabei betrachtete er auch die Möglichkeit, dass Bitcoin Cash Nutzer einen „Zehnten“ tragen könnten, wobei er die Herausforderungen, welche mit einem integrierten Finanzierungsmechanismus einhergehen hervorhob.

https://twitter.com/skylark_bitcoin/status/1175981465793966082 Laut Chancellor ist die Software „Bitcoin ABC“ ein öffentliches Gut und nicht eine Dienstleistung mit zahlenden Kunden. Hierbei nannte er den Mangel an Spenden für die Weiterentwicklung des Protokolls „ein Marktversagen“, da die Entwickler der Software, welche auf den Nodes installiert ist, keine Möglichkeit hätten, damit Geld zu verdienen, da es nichts gäbe, das Gewinn generieren würde. Sie seien daher auf einen anderen Job oder ein Nebenprojekt angewiesen, was die Zeit reduziert, die sie für die Entwicklung aufbringen können.

Chancellor schlägt als mögliche Lösung vor, dass die Nutzer einen Zehnten als Bekenntnis für die Freiheit ableisten sollten. In der Praxis ist der „Zehnt“ eine Steuer, die etwa ein Zehntel von etwas (z.B. Einkommen) beträgt. Diese Praxis war im Mittelalter in Europa verbreitet, als Bauern den zehnten Teil ihrer Ernte an die Kirche oder den Lehnsherrn zahlen mussten. Ideal wäre laut Chancellor jedoch eine freiwillige Spende, die jeder Nutzer monatlich leistet, um damit die Weiterentwicklung zu finanzieren. Hierbei appellierte er an die Idee, dass es öffentliche Güter geben würde, die ohne Alternative nicht finanziert werden würden, was er als Marktversagen bezeichnete.

Finanzierungsmethoden aus anderen Branchen, die nicht für die Weiterentwicklung von Kryptowährungen dienen können

Die Bedenken, die Chancellor äußert, rücken ein Problem in den Vordergrund, unter dem viele Kryptoprojekte zu leiden haben, die sich auf die freiwillige Mitarbeit ihrer Entwickler stützen. In der Wirtschaft besteht die gängigste Art und Weise ein Projekt zu finanzieren darin, dass es Gewinne erzielt. Selbst wenn diese Gewinne erst für die Zukunft zu erwarten sind, so finden sich doch Investoren, die bereit sind, in das Projekt jetzt zu investieren, da ihnen zukünftige Gewinne glaubhaft in Aussicht gestellt werden. Manche Projekte gehen hierbei einen zweigleisigen Weg, der darin besteht eine kostenlose und eine Premium Version anzubieten, wobei letztere zusätzliche Funktionen bieten kann, aber manchmal auch mit Merchandise, wie z.B. einer Tasse, einem T-Shirt oder einem Buch verknüpft ist. Chancellor spricht allerdings von öffentlichen Gütern, die ein zusätzliches Problem aufwerfen, da die Software von jedem kostenlos installiert werden kann, wodurch ein Trittbrettfahrerproblem entstehen kann.

Verschiedene Bitcoin Cash Teams wurden kürzlich im Rahmen einer Spendenaktion finanziert, bei der ein Ziel von 800 BCH vorgegeben war, letztlich aber sogar 1600 BCH erreicht werden konnten. Den Spendern war es dabei möglich, anzugeben, für wessen Finanzierung die Spenden aufgewendet werden sollten, wobei auch Bitcoin ABC eine der Möglichkeiten darstellte. Diese Spendenaktion zeigte, dass der Weg zur Finanzierung holprig war, aber auch, dass die Community groß genug ist, um Mittel aufzutreiben, wenn sie benötigt werden. Ein derartiges Vorgehen kann aber auch dazu führen, dass eine Zentralisierung des Netzwerks stattfindet, indem Spenden an bestimmte Bedingungen geknüpft werden, durch die das Netzwerk in eine bestimmte Richtung hin entwickelt wird, die einem externen Akteur gelegen kommt, wie z.B. nChain oder Blockstream, aber möglicherweise auch einem Akteur, der sich im eigenen Ökosystem besonders hervortut, wie dies bei Bitcoin.com der Fall ist.

Dash bietet eine elegante Lösung für die Finanzierung der Entwickler

Die Lösung, die Dash für dieses Problem gewählt hat, ist die dezentrale autonome Organisation (DAO). Jeden Monat werden 10% der Block-Rewards an jene Projekte ausbezahlt, denen die Masternodes zugestimmt haben. Da jeder, der eine Masternode betreiben möchte, 1000 Dash besitzen muss, gibt es finanzielle Anreize, nur für jene Projekte zu stimmen, die dem Netzwerk dauerhaft zugute kommen. Dieses Konzept trägt dazu bei, dass die Entwickler im Sinne des Netzwerks handeln und nicht im Sinne einer externen Personengruppe, die nicht zwangsläufig das gleiche Ziel verfolgen, wie die Mehrheit der Nutzer. Dieses Konzept löst zudem das Trittbrettfahrerproblem und andere Herausforderungen, die entstehen, wenn man sich ganz auf Spenden verlässt.