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Die Hashrate des Bitcoin-Netzwerks hat einen Flash-Crash erlebt durch den sie sich fast halbiert hat, was ein schwerwiegendes Problem des Proof-of-Work aufzeigt.

In dieser Woche sank die Hashrate des Bitcoin-Netzwerks deutlich ab, wobei der anfängliche Einbruch zu einer Reduktion von 40% führte. Laut Fork.lol sank die Hashrate im Verlauf von 14 Stunden von 107 Exahash auf etwa 59 Exahash. Fast die Hälfte der Hashrate, welche für die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks verantwortlich ist, verschwand also im Verlaufe eines halben Tages, wodurch das Netzwerk deutlich anfälliger gegenüber einem Angriff wurde. Bisher konnte keine eindeutige Ursache für den starken Rückgang der Hashrate identifiziert werden.

Der starke Rückgang der Hashrate ist nicht zuletzt deswegen problematisch, da die Tatsache, dass ein derartiger Abbruch stattfinden kann, das Vertrauen in die Sicherheit des Netzwerks und dessen Bestätigungen reduziert. Laut Emin Gün Sirer, einem Professor der Cornell University, bedeutet dieser Abbruch, dass Organisationen die Zahl der notwendigen Bestätigungen erhöhen könnten, sobald ein Akteur identifiziert wird, der über mehr als 30% der Hashrate verfügt, ein Wert, der sich gefährlich nah an die 51%-Marke annähert:

„Die Zahl von 6 Bestätigungen, die Satoshi im Whitepaper als Standard nennt, ist keine magische Zahl. Sie basiert auf der Annahme, dass ein Angreifer höchstens 30% der Hashrate kontrolliert. Aus diesem Grund wird über die erforderliche Zahl an Bestätigungen nachgedacht werden, wenn über 30% der Hashrate auf einmal wegbrechen.“

Da hierdurch eine zusätzliche Variable eingeführt wird, welche von Bedeutung ist, wenn es um die Sicherheit des Netzwerks geht, erhöht sich die Komplexität und damit die Unsicherheit, was als ein Hindernis für die breite Akzeptanz angesehen werden kann.

bitcoin hashrate drop

Die Dezentralisierung des Bitcoin-Minings in Frage gestellt

Durch den Rückgang der Hashrate zeigen sich mehrere Probleme, welche die Sicherheit und Dezentralisierung des Netzwerks betreffen. Wenn die Leistung über Nacht um fast die Hälfte abnehmen kann, so heißt dies entweder, dass ein großer Akteur tatsächlich über einen derartig großen Anteil an der Hashrate verfügt, oder, dass mehrere Akteure auf die gleiche Infrastruktur zurückgreifen, etwa das Stromnetz in einer bestimmten Region. Hierdurch entstehen verschiedene problematische Aspekte, die bei den durchschnittlichen Statistiken zum Thema eher nicht bedacht werden.

Daraus, dass die Mehrheit des Bitcoin-Minings in China stattfindet, entstehen zudem noch weitere Probleme. Laut neuster Untersuchungen kommen fast 75% der gesamten Hashrate aus China. Hierdurch öffnet sich das Netzwerk gegenüber einem sog. „Jurisdiktionsangriff“, da die Behörden die Möglichkeit haben, die Hardware zu beschlagnahmen und dadurch dem Netzwerk zu schaden. Es ist sogar denkbar, dass der Rest des Netzwerks dies gar nicht erst merkt, bevor es zu spät ist, etwa indem die Behörden es schaffen, die Hashrate auf einem ähnlichen Niveau zu halten.

ChainLocks werden für Proof-of-Work Coins immer attraktiver

Da sich aus dem reinen Proof-of-Work Sicherheitsmodell, welches Bitcoin bietet, einige Probleme ergeben können, gibt es verschiedene hybride Modelle, die ein Projekt sicherer gestalten können, wie dies auch bei Dash der Fall ist. Um 51%-Angriffe zu verhindern, verwendet Dash das Masternode Netzwerk, welches Blöcke absperrt, damit sie nicht durch Neuorganisationen der Blockchain überschrieben werden können. Außerdem verhindern ChainLocks das sog. egoistische Mining, wodurch das Netzwerk einen reibungslosen Verlauf auch im Alltag erleben kann.

Der bekannte Blockchain-Experte Andreas Antonopoulos lobte ChainLocks und bezeichnete sie als eine gute Lösung, damit eine Kryptowährung wie Dash einen höheren Grad an Sicherheit erhalten kann. Er war jedoch der Ansicht, dass Bitcoin eine derartige Funktion aufgrund seiner hohen Hashrate nicht brauchen würde. Hierbei handelt es sich allerdings um eine Ansicht, die durch den jüngsten Absturz der Hashrate, in Frage gestellt werden könnte.