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Bitcoin Cash hat vor Kurzem ein Update herausgebracht, welches Nutzern die Wiederverwendung von BCH-Coins erlauben soll, die bisher gesperrt waren, da sie durch Segwit versandt worden waren. Als jedoch ein unbekannter Miner versuchte Coins für sich zu beanspruchen, bei denen die größeren Miningpools einen anderen Besitzer vermuteten, unterzogen sie die BCH-Blockchain einer Reorganisation.

@TheCryptoconomy fasste die Ereignisse zusammen, welche zu den Entscheidungen von BTC.top und BTC.com führten, durch welche die Blockchain reorganisiert wurde, um die Transaktionen des Miners rückgängig zu machen. @TheCryptoconomy sprach auch davon, dass die Entwickler sich zu einem derartigen Präzedenzfall geäußert hätten.

Der Benutzer u/m4ktub1st sagte jedoch auf Reddit, dass dieses Thema sehr kontrovers aufgefasst würde. In diesem Zusammenhang sprach u/m4ktub1st von Lektionen, die gelernt werden mussten und einem moralisch korrekten Vorgehen während der Wiederherstellung der Segwit-Coins.

Die Community stimmt darin überein, dass BTC.com und BTC.top wohlwollend gehandelt haben, doch die Tatsache, dass zwei Organisationen, die miteinander in engem Kontakt stehen, über die Mehrheit der Hashrate verfügen, wird von anderen weiterhin kritisch gesehen. Dies wirft die Frage auf, ob in Zukunft vielleicht anders gehandelt werden müsste, damit wirklich ein System etabliert werden kann, das ohne Vertrauen in zentrale Instanzen auskommen kann.

Die Frage der Hashrate-Konzentrierung

Was kann theoretisch alles passieren, wenn die Hashrate von einer sehr kleinen Zahl an Miningpools kontrolliert wird? Kryptowährungen sollen dezentralisiert sein, doch welche unabhängigen Miner gibt es noch, die ihren Beitrag zur Aufrechterhaltung der Blockchain-Sicherheit leisten? Dies war der Ursprungsgedanke hinter dem Mining, doch mittlerweile führt kein Weg daran vorbei, zuzugeben, dass das System sich in eine Richtung entwickelt hat, in der nur noch wenige große Akteure relevant sind.

Sieht man sich die Daten der letzten 7 Tage an, so werden 50% der Bitcoin Cash Blöcke von 3-4 Minern geschrieben, während es bei BSV ebenfalls 3-4 und bei Bitcoin 4 sind. Die jeweilige Prozentzahl ändert sich dabei täglich, doch dies ändert an der Gesamtsituation nichts. Der wohlwollende „51%-Angriff“ auf Bitcoin Cash verdeutlich, dass Miningpools auch zusammenarbeiten können, was die Situation im Ernstfall noch verschärfen kann.

Vor diesem Hintergrund muss man auch die Aussage von CZ, dem CEO von Binance, betrachten, der davon gesprochen hat, die Blockchain neu zu ordnen, nachdem ein erfolgreicher Hackangriff auf seine Börse durchgeführt worden war. Eine derartige Reorganisation ist nur mit einer großen Mehrheit der Hashrate möglich und die Tatsache, dass er offen darüber zu sprechen wagte, weckte Bedenken.

Dash will sich durch Innovation abheben

Nachdem Dash die Version 0.14 des Netzwerk-Protokolls veröffentlicht hat, können 51%-Angriffe als Schnee von Gestern gelten. ChainLock sind eine neue Technologie, die auf dem Masternode-Netzwerk und LLMQs aufbaut, und keine Reorganisationen mehr zulassen, selbst wenn 51% der Hashrate einer einzigen Entität gehören sollten. Hierdurch wird Dash zur sichersten aller Proof-of-Work Kryptowährungen, da selbst ein Angreifer, der sich 51% der Hashrate mieten würde, was bei manchen Kryptowährungen möglich ist, keinen Schaden mehr anrichten könnte.