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Nachdem die Kryptobörse Binance durch einen Hack 7000 Bitcoin verloren hat, sprach der CEO Changpeng Zhao davon, dass sie über eine Reorganisation der Blockchain gesprochen hätten, aber davon abgesehen hätten, da dies „schwerwiegende Folgen“ mit sich bringen würde.

Laut CZ sei dies eine Idee der Community gewesen, da ihm selbst diese Möglichkeit nicht bekannt gewesen sei. Als er jedoch bei einem AMA mit der Community über diese Idee gesprochen hatte, entschloß er sich dazu, diesen Weg nicht weiter verfolgen zu wollen. Außerdem widersprach er seiner vorherigen Aussage, indem er sagte, dass dies auf keinen Fall möglich wäre. Die Idee war zuerst von Jeremy Ruff geäußert worden, der in einem Tweet davon sprach, dass Miner diese Reorganisation koordinieren sollten, um den Diebstahl rückgängig zu machen.

Dieser Vorschlag wurde mit der Reaktion auf den Ethereum DAO-Hack verglichen, auch wenn es sich hierbei technisch um etwas ganz anderes handelt. CZ sprach zudem davon, dass bei dieser Reorganisation das Geld den Minern zukommen sollte, die es nicht an Binance zurückgeben müssten.

Kontroverse Aussage führt zu heftiger Debatte

Auch wenn die Idee anscheinend nur kurz in Erwägung gezogen wurde, so gab es doch auf Twitter eine sehr heftige Debatte darüber, was unter den Umständen eines Hacks alles erlaubt sei. CZ nannte drei Vorteile, die eine Reorganisation mit sich bringen würde: 1. Rache an den Hackern; 2. Abschreckung zukünftiger Hacker; 3. Testen, wie das Bitcoin-Netzwerk auf dieses Vorgehen reagiert. Er nannte aber auch 2 sehr große Nachteile dieses Vorgehens: 1. Die Glaubwürdigkeit des Bitcoin-Netzwerks, welches als unveränderlich gilt, aufs Spiel setzen; 2. Die Entstehung eines ChainSplits, der mehr als die gestohlenen $40 Millionen an Schaden anrichten würde.

Laut CZ hat sein Unternehmen die Konsequenzen dieser „teuren Lektion“ jedoch selbst zu tragen, da sie dafür verantwortlich sind, auf das Geld ihrer Nutzer aufzupassen.
Die Debatte hat jedoch auch ganz klar gemacht, dass sich keine Mehrheit für eine Reorganisation der Blockchain finden wird, selbst wenn eine der mächtigsten Personen der Kryptoszene diese Idee selbst angestoßen hat. Doch Reorganisationen und 51%-Angriffe gehören längst nicht der Vergangenheit an. Zwar ist Bitcoin durch seine hohe Hashrate geschützt, doch andere Kryptowährungen wurden in den letzten Monaten bereits Opfer eines derartigen Angriffs.

Wie ChainLocks dieses Problem für Dash lösen werden

Dash hat in den vergangenen Monaten ChainLocks auf dem Testnet getestet, welche auf der Technologie der Long Living Masternode Quorums (LLMQs) beruhen. Diese sperren den ersten gültigen Block, der ihnen von einem Miner präsentiert wird, ab, wodurch Reorganisationen verhindert werden können, welche Resultat eines 51%-Angriffs sind. Nur wenn mehr als die Hälfte der Masternodes eines LLMQs einen ChainLock ablehnen, kann der entsprechende Block durch einen neuen ersetzt werden. Diese Möglichkeit verschwindet jedoch sofort, wenn das nächste LLMQ den nächsten Block per ChainLock versiegelt. Dadurch könnte eine erfolgreiche Reorganisation nur von jemandem durchgeführt werden, der weit mehr als die Hälfte aller Masternodes besitzt und mehr als die Hälfte der Hashrate kontrolliert. Da diese Technologie die Macht der großen Miner einschränkt, kann Dash zukünftig als eine der dezentralsten Blockchains betrachtet werden.