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Laut Aussage des Krypto-Experten Andreas Antonopoulos handelt es sich bei den ChainLocks des Dash-Netzwerks um einen intelligenten Weg, eine Blockchain gegen 51%-Angriffe zu schützen.

Während eines Q&A, welches auf YouTube veröffentlicht wurde, sprach Antonopoulos über ChainLocks, da er nach deren Bedeutung für die Netzwerkssicherheit gefragt wurde. Im Verlauf seiner Antwort erklärte er das Konzept, welches dieser Technologie zugrunde liegt, die die Vorteile von Proof-of-Work (PoW) und Proof-of-Stake miteinander vereint:

„Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um ein hybrides Proof-of-Work/Proof-of-Stake-Konzept. Es ist nicht möglich das Proof-of-Work mit einem 51%-Angriff anzugreifen, da die Masternodes sich über eine Signaturabstimmung auf den Zustand der Blockchain einigen, dem 60% der Abstimmungsteilnehmer zustimmen. Dies ist ein innovativer und interessanter Weg, um ein hybrides Proof-of-Work/Proof-of-Stake-Konzept zu verwirklichen, da 51%-Angriffe für diese Blockchain wesentlich schwieriger werden. Wer einen 51%-Angriff durchführen möchte, muss eigentlichen einen 60%-Angriff durchführen, bei dem er entweder den Code der Masternodes verändert oder selbst 60% der Masternodes erwirbt, was wahrscheinlich nicht möglich ist. Hierzu müssten beim momentanen Preis mindestens $300 Millionen investiert werden.“

Auch wenn Dash eigentlich Proof-of-Service (PoSe) verwendet, bei dem es um den Betrieb der Masternodes geht, so ist dennoch der Besitz von 1000 Dash für den Betrieb erforderlich. Dies dient dazu, dass das Netzwerk resistent gegenüber Sybil-Angriffen gemacht werden kann, die durch das Aufsetzen vieler Nodes sonst eine Gefahr für das Netzwerk darstellen könnten. Laut Ryan Taylor, dem CEO der Dash Core Group, ist Dash durch ChainLocks, die im Juli veröffentlicht wurden, sicherer geworden als Bitcoin. Neben diesen Sicherheitsvorteilen bieten ChainLocks auch noch andere Vorteile, die bei kleineren PoW-Netzwerken nützlich sein könnten.

PoW und die Schwierigkeit der geringen Hashrate

Antonopoulos sprach zudem davon, dass PoW-Währungen mit geringer Hashrate anfällig gegenüber Angriffen seien:

„Der Grund, warum Dash und Zcoin diese Methode adaptieren, liegt darin, dass Netzwerke, die ASICs verwenden und über eine hohe Hashrate verfügen, wie das bei Bitcoin der Fall ist, nur sehr schwierig einen 51%-Angriff erleiden können. Netzwerke, die entweder eine geringe Hashrate haben oder auf GPUs vertrauen, bei denen sehr viele Miner von anderen Blockchains für einen Angriff wechseln könnten, können einfacher angegriffen werden. In der jüngeren Vergangenheit haben wir 51%-Angriffe auf Ethereum Classic und ich glaube auch auf Zcoin gesehen.“

Er betonte, dass er dies nicht sagt, um diese Projekte zu kritisieren, sondern um die verschiedenen Systeme spieltheoretisch zu beleuchten, da sie bestimmte Auswirkungen auf die jeweiligen Blockchains haben können, wenn die Anreize stimmen:

„Ich kritisiere diese Blockchains nicht, ich sage lediglich, dass Proof-of-Work Systeme anfällig sind, wenn sie noch neu sind oder nicht über genügend Hashrate verfügen. Eine Blockchain sollte dann vor einem Angriff sicher sein, wenn die Kosten für den Angriff den potenziellen Gewinn übersteigen. Hierbei handelt es sich um ein spieltheoretisches System. Wenn die Kosten für den Angriff geringer sind als ein potenzieller Gewinn, dann wird dieser Angriff sehr wahrscheinlich und wir haben dies bei schwächeren Blockchains in der Vergangenheit immer wieder gesehen. Bei Bitcoin haben wir es hingegen noch nicht gesehen.“

Wichtig zu erwähnen ist auch, dass besonders jene Projekte, die sich einen Algorithmus mit einer größeren Kryptowährung teilen, wie dies z.B. bei Bitcoin Cash und Bitcoin SV der Fall ist, eine besondere Schwäche aufweisen. Bitcoin und Dash, sind die mit Abstand größten Kryptowährungen ihres jeweiligen Algorithmus (SHA256 und X11). Hierdurch werden Angriffe wesentlich schwieriger und unwahrscheinlicher, da der Erwerb spezialisierter Mining-Hardware sehr teuer ist. Diese Hardware würde zudem ihren Wert verlieren, falls das angegriffene Netzwerke durch den Angriff stark belastet würde. Deswegen war Dash auch bereits vor ChainLocks eine sehr sichere Kryptowährung.

Das Beste von PoW- und PoS-Systemen zusammenführen

Antonopoulos sprach am Ende seiner Antwort noch davon, warum ChainLocks sinnvoll für Kryptowährungen sind, die über eine geringere Hashrate als Bitcoin verfügen, da sie das Beste von PoW- und PoS zusammenführen würden, um deren jeweilige Schwachstellen zu vermeiden. Daher bezeichnete er sie auch als „einen intelligenten Weg, dies zu tun“:

„Wenn wir es mit einer Blockchain zu tun haben, die nicht über genügend Hashrate verfügt, um einen Angriff unökonomisch werden zu lassen, kann es helfen dies durch etwas zu stärken. Diese Rolle können ChainLocks übernehmen, denn sie sind praktisch ein hybrides Proof-of-Work/Proof-of-Stake-System. Dies ist ein intelligenter Weg, dies zu tun, da sie das Problem der historischen Unveränderlichkeit von Proof-of-Stake Systemen nicht übernehmen und zudem auch ein Schutz besteht, wenn die Hashrate nicht ausreichend ist, um gegen 51%-Angriffe zu verteidigen. Dieses System ist resistent gegen 51%-Angriffe und verteidigt zudem die historische Unveränderlichkeit, daher ist es eine gute Lösung für ein System, wie das von Dash.“