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Seit der Schaffung des Bitcoin sind Kryptowährungen weit über das hinausgewachsen, was Satoshi sich erträumt hatte: ein dezentralisiertes und elektronisches Peer-to-Peer Zahlungssystem. Gerade durch Ethereum sehen wir Blockchain-Technologie in jeden Wirtschaftszweig vorstoßen, ob es nun Sinn macht oder nicht. In jeder neuen Industrie trifft die Blockchain-Technologie auf individuelle Anforderungen, seien sie nun technisch, rechtlich oder kulturell.

Dash im Besonderen ist darauf fokussiert zu „Digital Cash“ zu werden, also Satoshis ursprüngliche Vision zu erfüllen, wie sie im ersten Bitcoin Whitepaper präsentiert wurde. Bitcoin selbst hat mit diesem Ziel wohl abgeschlossen während Bitcoin Cash noch ganz am Anfang steht, wodurch Dash – mit InstantSend und PrivateSend – dazu bereit ist den Markt auf lange Sicht zu dominieren. Dies heißt jedoch nicht, dass es noch starke Hürden gäbe, die überwunden werden müssen. Bei den größten Herausforderungen handelt es sich um die folgenden 4:

1) Skalierung

Jeder weiß, dass die Blockchain-Technologie ein Skalierungs-Problem hat. Von Natur aus können sie nicht gut skalieren, da jede Node im Netzwerk über alle Daten verfügen muss. Bitcoin hat dieses Problem, aber auch Ethereum, Dash, Monero und jede andere Blockchain. Wenn ein Projekt nicht darauf angewiesen ist viele Transaktionen zu verbuchen, um erfolgreich sein zu können, dann wird es auf dieses Problem wohl nicht allzu schnell stoßen. Doch gerade digitale Währungen erfahren das gesamte Ausmaß dieses Problems. Die Lösung von Bitcoin Core scheint wohl zu sein, dass sie Bitcoin zu einem Wertspeicher, statt zu einem Bezahlsystem machen wollen. Projekte, denen es weiterhin am Herzen liegt, dass sie digitale Währungen sein wollen, müssen sich dem Skalierungsproblem umso früher stellen.

Glücklicherweise wurden bereits die ersten Schritte unternommen um dieses Problem zu adressieren. Da das Masternode-Netzwerk, anders als das Bitcoin-Netzwerk, für das Betreiben der Nodes bezahlt wird, kann es auch besser skalieren. Zudem entwickelt das Dash Core Team einen Code, der die Blockgröße erhöhen soll, damit mehr Transaktionen als bei Bitcoin abgewickelt werden können. Doch dies sind nur die ersten Schritte im Kampf um die Skalierung; Dash muss die Möglichkeiten der On-Chain-Skalierung ausreizen, um ein weltweit anerkanntes Zahlungssystem werden zu können.

2) Problemlose Netzwerk-Upgrades

Im letzten Februar gab es ein Upgrade für das Dash-Netzwerk. Dieses Upgrade war ein voller Erfolg und konnte sehr einfach und (fast) problemlos implementiert werden. Im Vergleich zu einem Bitcoin-Upgrade war es völlig problemlos, doch das heißt nicht, dass es perfekt war. Tagelang war InstantSend nicht erreichbar und fehlende Kommunikation über den Stand des Upgrades lies die Nutzer wundern, welche Funktion gerade funktioniert und welche nicht.

Wenn Dash ein weltweites Zahlungssystem werden will, dann darf es bei einem Upgrade keine Fehler geben – der normale Nutzer sollte noch nicht einmal merken, dass ein Upgrade stattgefunden hat. Für den durschnittlichen Benutzer ist es nicht akzeptabel, wenn er, aufgrund eines Software-Updates, sein Geld nicht verwenden kann. Zum Glück beinhaltete das Upgrade im Februar bereits eine Funktion, durch die zukünftige Upgrades noch problemloser implementiert werden können. Für einen langfristigen Erfolg muss Dash sich an VISA orientieren, wenn es um die Verfügbarkeit geht.

3) Preisschwankungen

Jeder, der mit Kryptowährungen zu tun hat, weiß, dass Preisschwankungen im Leben der Kryptos eine zentrale Rolle spielen. Doch extreme Schwankungen im Preis sind im Alltagsgebrauch nicht akzeptabel. Stell dir vor du gehst in einen Supermarkt mit $100, füllst deinen Einkaufswagen mit $95 an Lebensmitteln und wenn du an die Kasse kommst, ist dein Geld nur noch $90 wert. Dies wäre so als würde man unter Hyperinflation leben – und für die meisten Menschen in den entwickelten Ländern ist dies nicht akzeptabel.

Um „Digital Cash“ zu werden, muss der Wert von Dash stabiler sein. Paradoxerweise ist es gerade die Verwendung von Dash als Währung, die den Preis stabilisiert. Wenn Konsumenten regelmäßig mit Dash kaufen und verkaufen, dann ist der Wert weniger den Spekulanten und einem Pump-and-Dumb ausgeliefert. Dann würde sich der Preis selbst korrigieren. Die Herausforderung ist es dabei den Weg von einer spekulativen Investition (die Dash im Moment größtenteils ist) hin zur Verwendung als Währung des Alltags (die Dash werden will) zu gehen.

4) Steuerliche Konsequenzen

Momentan wird Dash in den Vereinigten Staaten als eine „Ware“ angesehen, wenn es um Steuern geht. Dies bedeutet, dass der Käufer Buch darüber führen muss, wie viel sein Dash bei jedem Kauf wert war. Nehmen wir an ich hätte 10 Dash für jeweils $100 gekauft. Wenn ich diese Dash dann später für $300 verkaufe muss ich auf die $2000 Gewinn eine Kapitalertragssteuer zahlen. Dies ist bei einer Investition normal, bei einer Währung ist es aber ein sehr großer Aufwand.

Sehen wir uns einmal dieses Beispiel an:

  • Ich kaufe 10 Dash für jeweils $100.
  • Zuerst kaufe ich eine Tasse Kaffee für $2,50, was mich 0.027 Dash kostet (Dash-Preis bei $90).
  • Am nächsten Tag kaufe ich ein Buch für $20, welches mich 0.16 Dash kostet (Dash-Preis bei $125).
  • Eine Woche später kaufe ich mir eine Hause für $50 welche mich .33 Dash kostet (Dash-Preis bei $150).

Ich fahre damit fort derartige Käufe durchzuführen bis ich kein Dash mehr habe. Im Moment müsste ich in den USA jede dieser Transaktionen und den Dash-Preis am jeweiligen Tag aufschreiben, dann mit dem Preis, zu dem ich die Dash gekauft habe, verrechnen und den Gewinn versteuern. Der Normalverbraucher will sich bestimmt nicht mit diesem Problem herumschlagen.

Daher brauchen wir eine gesetzliche Lösung. Zur Freude der US-Bevölkerung haben zwei Angeordnete einen Gesetzesentwurf veröffentlicht, der Käufe von Gütern mit Kryptowährungen von der Kapitalertragssteuer befreien würde, solange sie unter $600 liegen. Wenn dieser Entwurf Gesetz wird, dann ist er eine große Hilfe und wird hoffentlich auch andere Länder dazu ermutigen das Versteuern von Kryptowährungen zu überdenken. Bisher wissen die IRS und andere Finanzämter einfach nicht wie genau sie mit Kryptowährungen umgehen sollen. Sind sie Waren wie Gold? Oder Wertpapiere wie Aktien? Oder Währungen wie der Dollar? Abhängig von der jeweiligen Situation kann jede dieser Frage mit „Ja“ beantwortet werden. Solange dies aber nicht geklärt ist, sehen wir im rechtlichen Bereich den größten Hindernis für die weitere Verbreitung von Dash.

Gut positioniert, aber noch lange nicht am Ziel

Mit dem Masternode-Netzwerk und den Funktionen InstantSend und PrivateSend ist Dash vielen anderen Kryptowährungen überlegen, wenn es um die Verwendung als digitale Währung geht. Doch das heißt nicht, dass Dashs Erfolg schon jetzt feststeht. Es müssen noch einige Hürden genommen werden, bevor es sich zu der weltweiten Zahlungsmethode, die es sein will, entwickeln kann.